Fahrt mit Bus und Bahn

Alfter will Nahverkehr für Pendler verbessern

Alfter. Barrierefreiheit, Stellplätze, Fahrplananzeigen: Gleich drei Punkte im Alfterer Hauptausschuss am 11. Oktober befassen sich mit Verbesserungen im öffentlichen Personalverkehr.

Für die Nutzer von Bus und Bahn in Alfter könnte die kommende Sitzung des Alfterer Haupt- und Finanzausschusses sehr interessant sein. Gleich drei Tagesordnungspunkte auf der Agenda des kommunalpolitischen Gremiums befassen sich mit vorgesehenen Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Gemeinde – und natürlich den damit verbundenen Kosten.

Haltestellenanzeigen: An zwölf Haltestellen in Alfter könnten ÖPNV-Nutzer bald auf elektronischen Anzeigen sehen, wann der nächste Bus oder die nächste Bahn kommt beziehungsweise wie groß deren Verspätung ist. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung koordiniert die Gesellschaft Regionalverkehr Köln (RVK) die Ausstattung von Haltestellen im Linksrheinischen mit sogenannten Dynamischen Fahrgastinformationen (DFI). Laut Gemeinde sollen die Stelen an folgenden Haltestellen in Alfter errichtet werden: Châteauneufstraße, Impekoven Bahnhof, Nettekoven, Alfter Stadtbahn, Gielsdorf, Hertersplatz, Landgraben, Stühleshof, Witterschlick Kirche, Oedekoven Ginggasse, Oedekoven Kramersbruch sowie Oedekoven Wegscheid.

Anschaffung und Aufbau aller Stelen sollen nach RVK-Angaben rund 138 000 Euro (brutto) kosten. Die Gemeinde muss laut Verwaltung davon zehn Prozent übernehmen, der Rest der Summe wird durch Fördergelder gedeckt. Dazu kommen pro Stele Unterhaltskosten von 210 Euro. Diese sollen allerdings nur alle zwei bis drei Jahre anfallen, wenn die Batterie ausgewechselt werden muss. Die Stelen sollen – vorbehaltlich eines positiven Votums der Kommunalpolitik – in den Jahren 2019 und 2020 errichtet werden.

Fahrradstellplätze für den Bahnhof Witterschlick

Barrierefreie Haltestellen: Die Zeit drängt. Nach den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention muss der ÖPNV in Deutschland bis zum Jahr 2022 vollständig barrierefrei sein. In Alfter bedeutet das etwa den Umbau von 31 Bushaltestellen. Die Gemeindeverwaltung will von der Politik nun das Okay, die Arbeiten auszuschreiben und das Unternehmen mit dem wirtschaftlichsten Angebot zu beauftragen. Ein bereits beauftragtes Ingenieurbüro hat die Kosten dafür auf rund 835 000 Euro (brutto) geschätzt. Allerdings weist die Gemeinde in den Sitzungsunterlagen darauf hin, dass es Fördergelder geben wird, man also nicht alles aus eigener Tasche bezahlen muss. Zur Höhe der Fördersumme macht die Verwaltung allerdings keine Angaben. Für den Umbau aller Haltestellen setzt die Gemeindeverwaltung 18 bis 24 Monate an.

Fahrradstellplätze am Bahnhof Witterschlick: Eine weitere Ausschreibung, die die Alfterer Kommunalpolitik auf den Weg bringen soll, betrifft den Bahnhof in Witterschlick. Es soll ein Unternehmen gefunden werden, das dort 26 weitere Fahrradstellplätze sowie zehn abschließbare Fahrradboxen baut. Dem Beschlussvorschlag vorausgegangen waren offenbar intensive Gespräche mit der Deutschen Bahn, der das Gelände am Bahnhof gehört. „Die benötigten Grundstücksflächen stehen im Eigentum der Deutschen Bahn, die Verwaltung musste zunächst langwierige Pachtverhandlungen führen“, teilt die Gemeindeverwaltung in den Sitzungsunterlagen mit, ohne Zahlen zur Höhe der Pacht zu nennen. Der Bau von Stellplätzen und Boxen soll hingegen rund 60 500 Euro kosten. 90 Prozent der Summe sollen auch in diesem Fall durch Fördergelder gedeckt werden. Ein entsprechendes Schreiben des zuständigen Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR) liegt der Gemeinde nach eigenen Angaben vor.

Der Alfterer Haupt- und Finanzausschuss tagt am Donnerstag, 11. Oktober, ab 18 Uhr im Ratssaal des Rathauses in Oedekoven. Die Tagesordnungspunkte zu den ÖPNV-Maßnahmen sind öffentlich.