Energieversorgung

Alfter bekennt sich weiter zu Ökostrom

Hinter den Häusern am Ahrweg verlaufen Hochspannungsleitungen.

Hinter den Häusern am Ahrweg verlaufen Hochspannungsleitungen.

Alfter. Bezieht die Gemeinde Alfter auch weiterhin Ökostrom? Diese Frage diskutierte der Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr in seiner jüngsten Sitzung.

Hintergrund ist, dass die Verträge mit den Stromversorgern Rheinenergie und Entega aus dem hessischen Darmstadt zum Jahresende auslaufen und die Stromversorgung neu ausgeschrieben werden soll (der General-Anzeiger berichtete).

2012 hatte sich die Alfterer Kommunalpolitik nach einer langen und intensiven Debatte für eine Stromversorgung aus regenerativen Quellen entschieden. Dabei geht es ausschließlich um die Versorgung für die Straßenbeleuchtung und die Liegenschaften der Gemeinde und nicht um die der Privathaushalte.

Damals wurde nach der Beratung durch das Ingenieurbüro switch.on aus Herzebrock-Clarholz eine Bezugsvariante verabschiedet, bei der die Mehrkosten für den Ökostrom kleiner als ein festgelegter Betrag sind. Auch in der aktuellen Sitzung war eine Fachberaterin des Büros dabei.

2012 habe man den Beschluss mit einer breiten Mehrheit mitgetragen, weil man ein Signal geben wollte, eröffnete CDU-Fraktionschef Barthel Schölgens die Debatte. Heute seien die Rahmenbedingungen aber anders, es werde ohnehin mehr Ökostrom produziert. „Macht es noch Sinn, Ökostrom zu Mehrkosten zu kaufen oder sollten wir das Geld nicht lieber für ein anderes ökologisches Projekt wie zum Beispiel eine Obstwiese nutzen?“, fragte er.

Betroffen sind die Straßenbeleuchtungund die Liegenschaften der Gemeinde

Dem widersprach Michael Schroerlücke (Grüne) vehement. Die Gemeinde solle ein klares Zeichen setzen: „Die Energiewende ist politisch gewollt, auch von der CDU. Es kann nicht sein, dass nur Alfter stehen bleibt und ein Bäumchen pflanzt.“ Wahrscheinlich würden aufgrund der veränderten Preislage keine Mehrkosten entstehen, außerdem unterstütze man mit Ökostrom nicht nur die Herstellung, sondern auch die Forschung von Anlagen, die Strom speichern.

Man solle ein Zeichen setzen und weiter Ökostrom beziehen, meinte auch Thomas Wedemeyer (Freie Wähler). Und: „Wir sollten aber in den Verhandlungen dafür sorgen, dass wir Ökostrom zum Normaltarif bekommen.“

In der Ausschreibung sei schon gewährleistet, dass die Mehrkosten einen bestimmten Betrag nicht überschreiten, meinte Schroerlücke: „Es mag Ökostrom geben, der billiger ist als Normalstrom, aber: Was ist das für ein Ökostrom, wo kommt der her?“ Sabine Schumacher, die Fachberaterin des Ingenieurbüros, sagte auf Nachfrage, man könne die Maximalwerte aufgrund der aktuellen Marktlage senken. Die Qualität des Ökostroms müsste bei allen Anbietern wegen gesetzlicher Vorgaben gleich sein.

Hans G. Angrick (SPD) schlug vor, dass sich die Politik bei der Ausschreibung von der Fachfirma beraten lässt, welche maximale Marge für den Preisaufschlag man gegenüber einem Normalstromangebot festlegen solle. 2012 war der Wert auf 0,3 Cent pro Kilowattstunde festgelegt worden. Es sei kein Problem, diese auf 0,1 Cent Mehrkosten pro Kilowattstunde herunterzusetzen, sagte Schumacher. Teilweise sei heute der Ökostrom sogar günstiger als der Normalstrom. Für das günstigste Ökostromangebot mit Neuanlagenquote, mit dem der Neubau von Anlagen für erneuerbare Energien gefördert werden soll, empfahl sie eine Grenze von 0,3 Cent pro Kilowattstunde (2012: 0,7 Cent). Eine entsprechende Regelung beschloss der Ausschuss einstimmig. Das letzte Wort hat der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 1. März, ein abweichendes Votum ist aber unwahrscheinlich.