Auktion auf dem Campus II

Alanus-Studenten versteigern Gartenhäuser

Betätigt sich als Auktionator: Architekturprofessor Mathias Wirths mit Megafon.

Betätigt sich als Auktionator: Architekturprofessor Mathias Wirths mit Megafon.

Alfter. Der Fachbereich der Alfterer Hochschule versteigert selbst gebaute Gartenhäuser der Viertsemester. Obwohl nur ein Exemplar den Besitzer wechselt, ist die Freude bei den Studenten groß.

Noch am Vormittag wurden die 34 Studienanfänger des Fachbereichs Architektur der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft zusammen mit weiteren etwa 400 Studierenden im Johannishof, dem Campus I der Hochschule, begrüßt. Danach machten sie sich zu Fuß vom Lohheckenweg auf dem Vorgebirgsrücken zum Atelierhaus des Fachbereichs Architektur auf dem Campus II an der Villestraße in Alfter auf.

Für die gerade in der Gemeinde Angekommenen eine erste Gelegenheit, ihren neuen Studienort etwas näher kennenzulernen. Bevor am Nachmittag fünf Gartenhäuser versteigert wurden, die in Arbeitsgruppen von bis zu fünf Studierenden des vierten Semesters entstanden waren, kam es nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa zu einer ersten Vorstellungsrunde zwischen den neuen und den bereits in Alfter Studierenden mit ihren Professoren. „Die einen kommen, die anderen gehen, da übergeben wir den Staffelstab mit einem kleinen Fest“, sagte Miriam Hamel, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fachbereichs.

Mit Spannung warteten die Studierenden, Dozenten und Gäste auf den Beginn der Versteigerung. „Für uns war es wichtig, dass die Studenten Architektur nicht nur als Plan oder als Idee erleben“, erläuterte Architekturprofessor Mathias Wirths das Projekt. „Es ging darum, dass man die technischen Schwierigkeiten, die sich beispielsweise bei Übergängen zwischen Boden und Wand ergeben, auch selbst durchdringt.“ Es seien zwar nur „kleinere Fingerübungen, aber sie zeigen eben die ganze Komplexität des Bauens“, so der Dozent.

Man habe beim Bau der Häuser Termine und Kosten einhalten müssen. Und neben einer guten Idee und der Planung der Häuser seien dabei vielfältige Herausforderungen zu bewältigen gewesen. Die fünf sehr unterschiedlichen Entwürfe basierten alle auf der gleichen Aufgabenstellung: Sie durften nicht größer als 30 Kubikmeter sein, was die Grenze für genehmigungsfrei zu errichtenden Gartenhäuser bedeutet, und sie mussten möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen entstehen sowie transportabel sein.

Mindestgebot ab 999 Euro

Mit Unterstützung der Knauber Hobbymärkte entstanden so fünf Holzhäuser, von denen jedes etwa einen Materialwert von 1800 Euro hat. Zur Versteigerung wandelte sich Professor Wirths mit einer von seinem Sohn geliehenen Fliege in einen Schweizer Auktionator. In Schweizerdeutsch pries er nun die Qualitäten der Häuser an und bat um Gebote ab 999 Euro. Er versprach, dass man bei Auf- und Abbau sowie bei dem Transport der ersteigerten Holzhäuser behilflich sein werde. Als immer noch kein Gebot kam, beteuerte er, dass der Startpreis „ungeheuer günstig“ sei. Und selbst wenn man es zersäge und in den Kamin stecke, könne man bei dem Erwerb Geld sparen.

So sehr er sich engagierte, die Vorteile der Häuser plastisch auszumalen und ihre Eigenheiten zu beschreiben, so amüsiert war seine Zuhörerschaft. Erst bei dem letzten zur Versteigerung stehenden Haus, einem äußerst variabel erscheinenden Holzständerbau kam das erste Gebot, das dann auch jeweils um zehn Euro überboten wurde. Für 1120 Euro wechselte das Haus in den Besitz von mit Swen Geiss. Der Erlös wird dem Fachbereich Architektur zugute kommen. Mit dem Verkauf stehe es vier zu eins für den Fachbereich, scherzte Wirths.

Unter den Studenten war die Freude groß. Die Häuser werden nun nahe des Atelierhauses als „erweiterte Studienorte“ Raum für neue Ideen bieten.