Weiter Aufnahmestopp an LVR-Klinik

Grippe fordert Todesopfer in Euskirchen

Die Grippewelle zwingt aktuell viele Menschen ins Bett.

Die Grippewelle hat Bonn und die Region erfasst.

Bonn/Region. Die Grippewelle, die aktuell über Deutschland zieht, hat in Euskirchen ihr erstes Todesopfer in der Region gefordert. In der LVR-Klinik in Bonn besteht aktuell ein Aufnahmestopp. Am Freitag wird über eine mögliche Verlängerung entschieden.

Für die Behörden ist es nicht ungewöhnlich, dass die Zahl der Grippefälle aktuell ansteigt. "Wie vorhersehbar hat um die Karnevalszeit die Grippewelle begonnen", sagt der Sprecher Sven Gnädig von der Kreisverwaltung Euskirchen, der auch einen Todesfall in der Region gegenüber dem GA bestätigt. Nähere Angaben zur Person könne er jedoch aus Datenschutzgründen nicht machen, sagt Gnädig. Grundsätzlich seien Menschen mit mehreren Erkrankungen bereits geschwächt, so dass ein Grippevirus umso härter zuschlägt. Dies komme häufig bei älteren Menschen vor.

Mit 106 gemeldeten Fällen liegt der Kreis Euskirchen im oberen Mittelfeld. Die Zahl könnte jedoch noch wesentlich höher sein, denn die Gesundheitsämter werden nur informiert, wenn der behandelnde Arzt die Influenza mittels Blut- oder Schleimhautabstrich sichert.

Auch Bonn wird vom Virus nicht verschont, seit Jahresbeginn hat das Bonner Gesundheitsamt mehr als 200 Fälle von Influenza-Infektionen registriert. Die LVR-Klinik behält bis Sonntag ihren Aufnahmestopp bei. Am Freitag soll entschieden werden, wann Teile der Klinik wieder freigegeben werden und Patienten wieder aufgenommen werden sollen. „Wir merken, dass die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, Wirkung zeigen“, sagte Kliniksprecher Tillmann Daub. Seit Montag waren weitere Patienten und Mitarbeiter erkrankt. Derzeit gebe es allerdings keine neuen Verdachtsfälle, so Daub. Die Kooperation mit anderen Kliniken in Bonn und der Region, die die psychiatrische Betreuung externer Patienten teilweise übernommen hatten, funktioniere gut. „Wir stehen auch in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und dem Rettungsdienst“, sagte Daub.

Keine Region bleibt verschont. Nach Angaben des Gesundheitsamtes im Rhein-Sieg-Kreis  sind bis zum Morgen des  22. Februars 130 Fälle von Grippe dem Gesundheitsamt des Kreises gemeldet worden.  In der ersten Woche des Jahres waren es erst 13 Fälle. Einen sprunghaften Anstieg stellte die Kreisbehörde von der zweiten auf die dritte Februarwoche fest. Zählte das Amt bis zum 9. Februar 60 Fälle, waren es eine Woche später bereits 118.

In der dritten Februarwoche registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) deutschlandweit rund 24.000 nachgewiesene Grippefälle. Der Schwerpunkt liegt im Moment im Süden und Osten des Landes. In der Woche davor waren es bundesweit rund 18.700 Erkrankte. Insgesamt sind in dieser Grippesaison bisher rund 82.000 Grippefälle registriert, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Die Dunkelziffer der Fälle liegt in der Regel deutlich höher, weil nicht von jedem Patient Erregerproben eingeschickt werden.

136 Menschen starben nachweislich nach einer Influenza-Infektion. Es waren vorwiegend Menschen im Seniorenalter, die oft Vorerkrankungen hatten. Die wirkliche Zahl der Todesfälle könne ebenfalls höher liegen, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung als Todesursache ließen sich Grippe-Erreger als Ursache zum Beispiel oft nicht mehr nachweisen. (mit Material von dpa)