Nürburgring

Pächter: Wir bleiben bis 2040

MAINZ.  Die gekündigten Nürburgring-Pächter denken nach eigener Aussage gar nicht daran, wie gefordert bis Mittwoch das Feld zu räumen. "Wir bleiben bis 2040", sagte ihr Sprecher Karl-Heinz Steinkühler am Dienstag unter Verweis auf die Laufzeit des Pachtvertrags.

Die 15-seitige Klage der Betreiber gegen die Trennung sei auf dem Weg zum Landgericht Koblenz. Die private Nürburgring Automotive GmbH (NAG) fordert auch 25,9 Millionen Euro Schadenersatz.

In dem Streit um millionenschwere Pachtzahlungen verlangt das Land Rheinland-Pfalz die Räumung der kriselnden Formel-1-Rennstrecke und ihrer Gebäude. Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) sagte mit Blick auf eine Räumungsklage: "Wenn sie nicht gehen zum 29. Februar, werden wir noch in dieser Woche weitere rechtliche Schritte einleiten." Zugleich bekräftigte er aber, das Land sei gesprächsbereit. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte in der vorigen Woche im Landtag h eine gütliche Einigung angeboten, um einen langen Rechtsstreit zu vermeiden.

Unterdessen hält die Verwirrung um einen möglichen neuen Investor am Nürburgring an. Dieser will laut NAG 140 Millionen Euro bis 2030 investieren und mit wertvollen Sammlungen alter Autos mehr Besucher anlocken.

Minister Lewentz hingegen sagte, er wisse noch nichts von diesem Vorschlag und kenne auch nicht den Namen des Unternehmers. Dieser würde laut NAG-Sprecher Steinkühler den Bestand des früheren Karmann-Museums, die "weltgrößte Porsche-Carrera-RS-Sammlung" und die Kollektion des Graf-Berghe-von-Trips-Museums am Ring zeigen.

Ob sich das alles realisieren lässt, erscheint fraglich. Der Chef der Graf-Berghe-von- Trips-Stiftung in Kerpen-Horrem, Reinold Louis, sagte, das Museum stecke zwar in finanziellen Schwierigkeiten, sei aber nicht verkauft worden. "Wenn es am Nürburgring zu einer geordneten Lösung käme, wären wir gerne bereit, uns dort einzubringen", fügte Louis hinzu. Das Trips-Museum besitze zwei historische Rennwagen und hunderttausende Exponate wie Modellautos, Urkunden und Fotos. Der Freizeitpark am Nürburgring gilt als zu groß und leidet unter Besuchermangel.

Weitere Informationen zur Nürburgring-Pleite finden Sie im GA-Spezial.

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