Fall Trudel Ulmen

Wolfgang Kaes für seine Recherchen mit dem "Leuchtturm" ausgezeichnet

MÜNCHEN.  Wolfgang Kaes, Chefreporter Region des General-Anzeigers, wurde für seine hartnäckigen Recherchen im Vermisstenfall Trudel Ulmen am Freitagabend im Verlagshaus der Süddeutschen Zeitung (SZ) in München mit dem "Leuchtturm", dem Preis für die beste Rechercheleistung des Jahres 2012, ausgezeichnet.
Laudator und Preisträger: Markus Grill (von links) und die Ausgezeichneten René Wappler (Lausitzer Rundschau) und Wolfgang Kaes (General-Anzeiger) gestern in München. Foto: Franziska Senkel

Den "Leuchtturm" vergibt die Journalistenvereinigung "netzwerk recherche e.V." für herausragende publizistische Arbeiten in Deutschland.

Der Ehrenpreis, für den man sich nicht bewerben kann, ging in den vergangenen Jahren an Reporter des Spiegel, des Stern, der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, des NDR und des WDR.

Zweiter Preisträger des Jahres 2012 ist René Wappler, Redakteur der Lausitzer Rundschau, für seine mutige Berichterstattung über den Rechtsextremismus in Ostdeutschland.

Im Beisein von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, SZ-Chefredakteur Kurt Kister als Hausherr und 250 Gästen sagte Markus Grill, Washington-Korrespondent des Spiegel und Vorstandsmitglied des Vereins, in seiner Laudatio: "Eine unglaubliche Geschichte, die Wolfgang Kaes recherchiert hat."

Statt die Polizei in seinen Berichten ständig scharf zu kritisieren, habe er eine erfolgreiche Umarmungsstrategie unternommen, den zögerlich einsetzenden Eifer der Ermittler gelobt und diese damit unter Zugzwang gesetzt. "Sie haben immer weiter gebohrt und sich nicht frühzeitig abspeisen lassen.

Mit der Neugier, dem eigenständigen Denken und dem Dickschädel, den Sie an den Tag legten, sind Sie Vorbild für andere Journalisten." Der gemeinnützige Verein macht es sich zur Aufgabe, den investigativen Journalismus und die gründliche Recherche in Deutschland mit Hilfe von Publikationen, Fortbildungen und Nachwuchs-Stipendien zu fördern.

In seiner Dankesrede sagte Preisträger Wolfgang Kaes: "Dabei zu helfen, ein Verbrechen nach 16 Jahren aufzuklären, war vielleicht nur dem Reporter einer Lokalzeitung möglich. Weil eine Lokalzeitung einen enormen Vertrauensvorschuss genießt. Aber auch eine Lokalzeitung bekommt Vertrauen von ihren Lesern nicht geschenkt - sondern muss es sich tagtäglich verdienen."

Wolfgang Kaes ist am Montag um 20 Uhr Gast im "Talk im Casino" in Bonner Pantheon am Bundeskanzlerplatz.

Weitere Informationen zu Trudel Ulmen finden Sie im GA-Spezial.

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Der Fall Trudel Ulmen