Feuer in der Wahner Heide

Zigarette könnte den Brand ausgelöst haben

Troisdorf. Das verheerende Feuer in der Wahner Heide ist gelöscht. Polizei hat keine Hinweise auf Brandstiftung. Möglicherweise hat eine weggeworfene Zigarette den trockenen Boden entzündet.

Das Feuer in der südlichen Wahner Heide im Bereich des militärischen Sperrgebietes ist gelöscht. „Hier und da qualmt es aber noch“, sagte Forstdirektor Achim Urmes am Donnerstagmorgen nach dem verheerenden Brand. Allerdings gehe davon keine Gefahr mehr aus.

Mitarbeiter des Bundesforstamtes hatten die gesamte Nacht über Brandwache geschoben, nachdem um 22 Uhr am Mittwochabend „Feuer aus“ gemeldet worden war. Zur genauen Brandursache konnte die Polizei am Donnerstagmorgen noch keine Auskünfte geben. „Wir haben keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Im Moment gehen wir von Fahrlässigkeit aus“, sagte Polizeisprecher Stefan Birk auf Anfrage.

Möglicherweise habe eine weggeworfene Zigarette den trockenen Boden entzündet. Die Ermittlungen der Polizei dauern an, ein Brandermittler macht sich am Donnerstag ein Bild vom teilweise noch warmen Areal.

Am Donnerstagmittag qualmte nichts mehr, aber ein unangenehmer Brandgeruch stieg von den verkohlten Flächen in der Nähe des Planitzweges auf, dort, wo normalerweise niemand einen Fuß hinsetzen darf, weil das Gelände um den Moltkeberg mit Munitionsresten gefährlich kontaminiert ist.

Rund 260 Einsatzkräfte nicht nur aus dem Rhein-Sieg-Kreis, sondern auch aus Köln, Wesseling und Bonn sowie die Feuerwehren des Flughafens und der Bundeswehr waren ausgerückt, um den Brand, der sich am Mittwoch auf rund zehn Hektar Heide ausgebreitet hatte, zu bekämpfen. Forstdirektor Urmes zeigte sich erleichtert, dass es sich bei dem Brand nicht um einen „klassischen Waldbrand“ gehandelt habe, bei dem Baumstämme und Baumkronen in Brand geraten. „Das war ein flächendeckendes Bodenfeuer, bei dem trockener Adlerfarn, Landreitgras und Pfeifengras in den lichten Birkenbeständen gebrannt haben.“ Allerdings sind auch vier Hektar Forstkulturen dem Feuer zum Opfer gefallen. Dort wurden eingezäunte junge Eichen und Obstgehölze gehegt und gepflegt. Pro Hektar fallen dort mit allen Kosten wie Pflanzung, Pflege und Zäunung rund 15.000 Euro und mehr an Kosten an.

„Jetzt herrscht die Zeit höchster Waldbrandgefahr“, warnte Urmes weiter. Denn auf Grund der Wetterlage sei noch wenig frisches Grün auf dem Waldboden gewachsen. Eine grüne Vegetation hätte wahrscheinlich die großflächige Ausbreitung des Brandes verhindert. Die großen Tiere des Waldes sind dem Feuer entkommen, erklärt Urmes weiter, aber Kleintierarten könne es schon sehr beeinträchtigen. Dass Amphibien und Reptilien dem Feuer nicht entkommen konnten, sei nicht auszuschließen. Bodenbrütende Vögel habe es noch nicht getroffen. Die müssten sich aber beim Nestbau neu orientieren.

Brände zu löschen, ist in der Wahner Heide noch zusätzlich erschwert. Wie die Troisdorfer Feuerwehr mitteilte, fehlt in dem Bereich jegliche Löschwasserversorgung. So musste Wasser im Pendelverkehr an die Brandstelle geschafft werden. Die Tanklöschfahrzeuge wurden unter anderem an Hydranten am Altenrather Jägerhof und auf der Straße „Heidegraben“ betankt. Zusätzlich wurde eine rund drei Kilometer lange Schlauchleitung von der Agger zum Eisenweg verlegt.

Förster Urmes zeigt sich trotz allem optimistisch. In einem Monat werde man auf dem Boden von dem Brand nichts mehr sehen. Nur die weißen Birkenstämme sind unten angeschwärzt und warnen vor dem leichtfertigen Spiel mit dem Feuer. Aber ob jemals der Verursacher des Feuers gefasst wird, da ist sich der Förster auch nicht sicher.