Canisiushaus in Troisdorf

Zentrumsnahe, barrierefreie Wohnungen

Der Abriss des Canisiushaues ist in vollem Gang.

Der Abriss des Canisiushauses ist in vollem Gange.

TROISDORF. Vor dem ehemaligen Haupteingang liegen nur noch Reste von Dachziegeln und einige Holzsparren. Das Dach ist abgedeckt und nur noch wenige Tragwerke ragen in den Himmel.

Ob des schlechten Wetters wird drinnen gewerkelt: Installationen entfernen und anderes, was dem letztendlichen Abbruch im Wege sein könnte - das Canisiushaus neben der Pfarrkirche Sankt Hipplytus wird abgerissen. Es wird einem neuen modernen Gebäude weichen, in dem der Eigentümer, die Josefs-Gesellschaft aus Köln, barrierefreie Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung einrichten wird.

An das Canisiushaus haben vor allem ältere Troisdorfer gute Erinnerungen. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ging in dem Saal hinter dem Altbau die Post ab. Beat-Bands traten dort auf, Mittel- und Abschlussbälle von Tanzschulen wurden dort ebenso gefeiert wie Hochzeiten oder andere Feste. Das in den 20er Jahren erbaute Haus mit Gastronomie hatte lange einen guten Ruf, und mancher Troisdorfer kehrte nach der sonntäglichen Heiligen Messe dort zum Frühschoppen ein. Indes: Das Canisiushaus war in die Jahre gekommen und letztlich dann nicht mehr finanzierbar, wie die Kirchengemeinde schon 2010 mitteilte; und dass sie es verkaufen werde.

Das führte naturgemäß zu lautstarkem Protest. Fledermäuse, die unter dem Dach hausten, wurden ins Feld geführt, andere wollten das Haus unter Denkmalschutz gestellt wissen. Der Kölner Architekturprofessor Michael Werling untersuchte mit seinen Studenten das Gebäude und stellte fest, dass das Gebäude nicht schutzwürdig sei.

In dem neuen Haus - mit dem Bau soll im Frühjahr dieses Jahres begonnen werden - sollen 18 Einzelappartements, eine Wohnung für zwei Personen sowie weitere Wohngemeinschaftsbereiche und Gemeinschaftsräume auf vier Etagen entstehen.

Nach Auskunft der Josefs-Gesellschaft warten die künftigen Mieter zum Teil schon seit Jahren auf barrierefreie und zentrumsnahe Wohnmöglichkeiten. Die Troisdorfer Innenstadt und die Fußgängerzone liegen in unmittelbarer Nähe. Weiterer Vorteil: Auch die Fußgängerzone wird im Rahmen der jüngst angelaufenen Sanierung komplett barrierefrei ausgebaut.

Josefs-Gesellschaft

Die Josefs-Gesellschaft ist ein kirchlicher Träger sozialer Einrichtungen mit Sitz in Köln. Bundesweit unterhält sie 17 Einrichtungen, in denen über 25 Gesellschaften 6200 Mitarbeiter beschäftigt sind.