Förderprogramm für Klimaschutz

Troisdorf will klimafreundlich werden

Auf dem begrünten Dach der Troisdorfer Stadthalle erläutern Bürgermeister, Vertreter der Energieagentur Bonn und der Verbraucherzentrale Fördermöglichkeiten zu energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Auf dem begrünten Dach der Troisdorfer Stadthalle erläutern Bürgermeister, Vertreter der Energieagentur Bonn und der Verbraucherzentrale Fördermöglichkeiten zu energetischen Sanierungsmaßnahmen.

TROISDORF. Energie und somit auch Geld kann man sparen, wenn man sein Haus energieeffizient saniert. Die Stadt Troisdorf fördert ab sofort die energetische Gebäudesanierung mit bis zu 2000 Euro zusätzlich zu den bundesweiten Förderprogrammen.

Einst nannte sich die Aggerstadt „Industriestadt im Grünen“. Die große Industrie ist gegangen, aber auch unter „schwarzen“ Stadtregierungen ist der Blick auf das Grün nie verloren gegangen. So erinnerte Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski bei der Vorstellung neuer Förderprogramme für Dachbegrünung und energetische Gebäudesanierung daran, dass schon 2009/2010 die Verwaltung begonnen hat, beispielsweise geeignete Dächer kommunaler Gebäude zu begrünen oder mit Photovoltaikanlagen zu bestücken. In seiner jüngsten Sitzung hat nun der Rat der Stadt 50.000 Euro und für das kommende Jahr 60.000 Euro in den Haushalt eingestellt, um damit Sanierungen zum Klimaschutz zu fördern.

„Energie und somit auch Geld kann man sparen, wenn man sein Haus energieeffizient saniert. Die Stadt Troisdorf fördert ab sofort die energetische Gebäudesanierung mit bis zu 2000 Euro zusätzlich zu den bundesweiten Förderprogrammen. Eine gute Sache – nicht nur für die Bürger, sondern auch für das Handwerk“, sagte Jablonski bei der Vorstellung der Förderprogramme.

Ulrike Tesch, Leiterin des städtischen Umweltamtes, erinnerte daran, dass gerade bei privaten Haushalten „ein großes Einsparpotenzial“ vorhanden sei: man denke an neue Heizungen, bessere Wärmedämmung von Wänden und Decken oder auch die private Ladestation für ein Elektrofahrzeug. So zeigt das Klimaschutzkonzept der Stadt Troisdorf aus dem Jahr 2013 auf, dass allein 31 Prozent der CO2-Emmissionen auf Privathaushalte zurückzuführen sind. Auf Basis dieser Zahl wurde ein Einsparpotenzial von 40.000 Tonnen CO2 pro Jahr ermittelt.

Wichtig: Sanierung alter Gebäude

„Um die Klimaschutzziele in unserer Stadt, aber auch im Rhein-Sieg-Kreis zu erreichen, ist es wichtig, bei der Sanierung älterer Gebäude anzusetzen“, ergänzte Walter Schaaf, Technischer Beigeordneter der Stadt Troisdorf. „Mit unserem Förderprogramm haben wir einen Anreiz für die Bürger geschaffen, in die eigene Immobilie, die 20 Jahre und älter ist, zu investieren.“

Modernisierer haben grundsätzlich die Möglichkeit, Fördergelder für mehrere Sanierungsmaßnahmen zu beantragen. Durch die Aufteilung in die Einzelmaßnahmen Wärmedämmung, Fenster- und Türentausch, Heizungstechnik, thermische Solaranlagen und Lüftung kann eine angestrebte Sanierung finanzierungsfreundlich Zug um Zug erfolgen.

Grundsätzlich gelte es, Sanierungen sorgfältig zu planen und aufeinander abzustimmen. „Uns ist wichtig, dass die Bürger einen sinnvollen Sanierungsfahrplan erhalten“, so Marco Gröger, Klimaschutzmanager der Stadt. „Daher soll der Maßnahme eine Energieberatung vor Ort in den eigenen vier Wänden durch die Energieexperten der Verbraucherzentrale NRW vorausgehen.“ Die Kosten dieser Beratung in Höhe von 60 Euro werden nach Durchführung von Sanierungsmaßnahmen im Rahmen dieses Förderprogramms komplett erstattet. Und so hofft Tesch, dass Gröger nun „ganz viele Anrufe“ bekommt.

Den Antrag zur Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen sowie die dazugehörenden Förderrichtlinien findet man im Internet unter www.troisdorf.de/foerderprogramm oder www.energieagentur-rsk.de/fp-troisdorf. Eine große Info-Veranstaltung zum Thema gibt es am 13. September in der Troisdorfer Stadthalle.