Realschule Am Heimbach in Troisdorf

Schule nach Bombendrohung geräumt

TROISDORF. Ausnahmezustand herrschte am Montagvormittag rund um die Realschule am Heimbach in Troisdorf: Ein bislang unbekannter Anrufer hatte laut Polizeisprecherin Renate Braun am Sonntagabend bei der Polizei damit gedroht, dass am Montagmittag eine Bombe in der Schule explodieren würde.

Daraufhin entschloss sich die Polizei am Montagmorgen, die Schule zu evakuieren. Da war der Unterricht bereits planmäßig im Gange. Anschließend rückte ein Großaufgebot an Rettungs-, Feuerwehr- und Polizeikräften an der Heimbachstraße an, beziehungsweise hielt sich am Waldfriedhof in Bereitschaft.

Gegen 10 Uhr fand der Unterricht in der Realschule ein jähes Ende. "Ich hatte gerade Mathe, als es hieß, dass wir wegen eines technischen Problems nach Hause gehen dürfen", berichtete eine 14-Jährige. Auch wenn sie nicht an diese Version glaubte, verließen sie und rund 680 Mitschüler die Klassenräume.

Ein anderes Mädchen wusste zu erzählen, was nach ihren Informationen der wahre Grund für die Räumung war: "Von einem Mitschüler, dessen Vater Polizist ist, habe ich erfahren, dass hier eine Bombe hochgehen soll", sagte sie.

In der Tat hatte nach Aussage von Polizeisprecherin Braun ein Anrufer genau damit gedroht. Den genauen Inhalt des Telefonats wollte Braun aus ermittlungstaktischen Gründen nicht wiedergeben. Laut eines im Internet bei YouTube eingestellten Mitschnitts erklärte der Mann, der bei seinem Anruf einen sogenannten Zerhacker benutzt hatte, gegenüber einem Polizisten der Troisdorfer Wache: "Morgen, am Montag, werde ich an der Realschule am Heimbach eine Bombe hochgehen lassen, um 11.30 Uhr.

Haben Sie das verstanden?" Zudem betonte der Anrufer, dass er selbst Schüler dort sei, in die neunte Klasse gehe und das Ganze kein Scherz sei. Von dem Polizisten nach dem "Warum" gefragt, sagte er: "Die Schüler, die Lehrer, alles, fuckt mich einfach alles ab." Ein "Kollege" von ihm sei "Pyrotechniker" und habe ihm "was Schönes zusammengebastelt".

"Der YouTube-Mitschnitt liefert uns auch Ermittlungsansätze, denen wir mit Hochdruck nachgehen werden", sagte Braun dazu. Unterschrieben ist das Video mit schönen Grüßen "an den Bullen, der mir die Scheiße abgekauft hat". Eine Frage muss sich die Polizei dennoch gefallen lassen: Wieso nämlich die Kinder am Montagmorgen noch in die Schule gelassen wurden, nachdem die Drohung bereits am Sonntagabend eingegangen war?

Braun erklärt das so: Am Sonntag sei man noch der Auffassung gewesen, "dass wir den Anrufer zeitnah ermitteln können". Zudem hätten keine konkreten Gefährdungshinweise vorgelegen. Außerdem habe man es laut Braun auch nicht sicherstellen können, "alle Schüler noch in der Nacht telefonisch zu erreichen". Am Montagmorgen hätten sich dann die Ermittlungen schwieriger als gedacht gestaltet, "und die Lage wurde neu beurteilt", führte die Polizeisprecherin aus. Darum hätten Schulleitung und Polizei die Schüler "kontrolliert" aus dem Gebäude geleitet.

Nach einer aufwendigen Suchaktion, an der sich auch eine Einsatzhundertschaft und fünf speziell auf Sprengstoff abgerichtete Spürhunde beteiligten, folgte gegen 12.15 Uhr die Entwarnung: Sie entdeckten keinen Sprengsatz, so Braun.

Die Polizei intensiviert jetzt die Suche nach dem Anrufer. Den erwartet nach Aussage von Braun nicht nur ein Strafverfahren. "Auch die Kosten eines solchen Einsatzes, die einen fünfstelligen Eurobetrag erreichen können, können dem Verursacher auferlegt werden."

Schulbetrieb wird fortgeführt

Wie Polizei, Schulleitung und Schulamt in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Montagabend mitteilten, wird der Schulbetrieb am Dienstag in enger Absprache zwischen den beteiligten Behörden fortgeführt. Um Schüler und Eltern bei Fragen zu Schulbeginn zur Verfügung stehen, werden am Morgen Polizeibeamte  an der Schule vor Ort sein.

Die Evakuierung der Realschule bei YouTube: