In Troisdorf ausgesetzt

Rettung von Schildkröte beschäftigt Behörden

Die Schildkröte hätte nicht im Rotter See ausgesetzt werden dürfen.

Die Schildkröte hätte nicht im Rotter See ausgesetzt werden dürfen.

TROISDORF. Nachdem die Polizei am Dienstag eine Schildkröte eingefangen hat, hätte sie diese nicht am Rotter See ausgesetzen dürfen. Denn bei dem Reptil handelte es sich wohl um eine Schmuckschildkröte aus Nordamerika.

Die Schildkröte, die Polizisten am Dienstag an einem Kreisel in Troisdorf gerettet haben, hat die Kreispolizei und den Rhein-Sieg-Kreis am Mittwoch und Donnerstag weiter beschäftigt. Denn wie sich herausstellte, handelte es sich dabei nicht um die extrem seltene europäische Sumpfschildkröte, wie die Beamten zunächst mitgeteilt hatten. Laut Kreis gehört das Reptil wohl zur Gattung der Schmuckschildkröten aus Nordamerika und damit nicht hierher. Nachdem es dazu Aufregung in den sozialen Netzwerken gegeben hatte, schaltete die Kreispolizei deshalb das Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises ein.

Diese Schildkrötenart wird vielfach vom Tierhandel in Fünf-Mark-Stück-Größe vertrieben und oft von Privatleuten verbotenerweise ausgesetzt, wenn sie zu groß geworden sind. Wie berichtet, hatten Beamte die Schildkröte eingefangen, da sie den Verkehr am Kreisel an der Uckendorfer Straße lahmgelegt hatte. Die Schildkröte versuchte zunächst in ein Gebüsch zu flüchten, konnte laut Bericht allerdings nach kurzer Verfolgung von den Beamten gestellt werden. Dabei leistete das Tier "erheblichen Widerstand", indem es sich mit seinen Krallen zur Wehr setzte. Letztendlich wurde der tierische Rebell in Gewahrsam genommen, in den Streifenwagen verfrachtet und von den Beamten beruhigt.

Dieses Video gehört zu einer Kooperation von GA und WDR.

Die Polizisten brachten das Tier schließlich zum Rotter See und entließen das Reptil dort im unter Naturschutz stehenden Bereich in die Natur. „Letztlich ist das eine Ordnungswidrigkeit“, sagte Kreissprecherin Rita Lorenz jetzt. Denn nichtheimische Tiere dürfen nicht einfach ausgesetzt werden. Das Ergebnis könne von einer schriftlichen Verwarnung bis zu einem Bußgeld reichen, sagte Lorenz. Es sei immer eine Ermessensentscheidung, bei der die möglichen Auswirkungen abgewogen würden. Der Kreis gehe nicht davon aus, dass eine Gefahr für andere Tiere bestehe.

Wie die Kreispolizei auf ihrer Facebook-Seite mitteilt, komme die Schildkröte laut eines Experten des Museums Koenig „in vielen Gewässern durch Aussetzung oder Flucht vor, und ihr droht keine Gefahr durch das hiesige Klima“. Die Schildkröte hätte aber in eine Auffangstation gebracht werden müssen. „Wir haben die Situation falsch bewertet, das tut uns leid“, sagte ein Polizeisprecher.