Burg Wissem in Troisdorf Kunst und Literatur auf 32 Seiten

Illustratorin Rotraut Susanne Berner (links) und Museumsleiterin Pauline Liesen präsentieren die neue Ausstellung. FOTO: MARIE SCHNEIDER

Troisdorf. Das Bilderbuchmuseum auf Burg Wissem zeigt die Ausstellung „Rotraut Susanne Berner: Die Tollen Hefte“. Renommierte Illustratoren gestalten die Hefte, die bis zum 18. November zu sehen sind.

Obwohl es sich nur um ein dünnes Heft mit 32 Seiten handelt, sind selbst erfahrene Künstler immer wieder vor eine Herausforderung gestellt. „Die Tollen Hefte“, erfunden von Armin Abmeier, tragen spezifische Merkmale, an die sich jeder Illustrator halten muss. Das Bilderbuchmuseum in Troisdorf eröffnet am Samstag, 8. September, eine Ausstellung über diese grafische und literarische Kunst.

Seit 1991 erscheinen die „Tollen Hefte“, von denen bis heute 50 Ausgaben von jeweils unterschiedlichen Autoren und Illustratoren veröffentlicht wurden. „In den 50 Heften ist das Who's Who der Illustrationsgeschichte vereint“, erklärt Pauline Liesen, Leiterin des Bilderbuchmuseums. Neben dem Erfinder Armin Abmeier selbst haben sich auch die Künstler ATAK, Thomas M. Müller oder Axel Scheffler, bekannt durch sein Buch „Der Grüffelo“, an ein „Tolles Heft“ gewagt. Und auch internationale Illustratoren und Schriftsteller wie T.C. Boyle, Charles Bukowski oder der Franzose Blexbolex haben zum Erfolg der Reihe beigetragen.

Hefte sind Sammlerstücke

Abmeiers Ehefrau Rotraut Susanne Berner hat selber schon sechs Hefte gestaltet, gibt sie seit 2013 heraus und führt damit das Erbe ihres Mannes weiter. „Ich wähle die Illustratoren und Autoren aus. Manchmal kommen sie auf mich zu oder ich spreche sie an. Und dann haben sie absolut freie Hand“, erläutert Berner. Und doch sind die Künstler in ihrer Arbeit sehr eingeschränkt: Ein „Tolles Heft“ besteht immer aus 32 Seiten im gleichen Format, ist mit einem fadengehefteten Schutzumschlag versehen und unterliegt einem speziellen Druckverfahren. Bei der „Original-Flachdruckgrafik“ können lediglich fünf Farben verwendet werden, die voneinander getrennt werden müssen. Der Künstler muss das Bild in seine Farben sezieren, bevor die einzelnen Bilder „übereinander“ gedruckt werden. Die Ergebnisse sind erst nach dem Druck zu erkennen. „Das ist einerseits ein Reiz und eine neue Herausforderung für die Künstler, andererseits entsteht dadurch auch ein hohes Risiko“, so Berner.

Nicht nur aufgrund der komplizierten Drucktechnik sind die zwei Mal jährlich erscheinenden Hefte zu Sammlerstücken geworden. Auch die einmalige Auflage jeder Ausgabe macht die Kunstwerke zu etwas Besonderem. Nur rund 2500 bis 3000 Exemplare gibt es von den einzelnen Ausgaben. Heute dürfen nur noch Mitglieder der Büchergilde Gutenberg ein Exemplar kaufen. In der Ausstellung im Bilderbuchmuseum in Troisdorf können Interessierte mehr über die genaue Drucktechnik, die Entstehungsgeschichte und die vielen Künstler erfahren.

Eröffnet wird die Ausstellung „Rotraut Susanne Berner: Die Tollen Hefte“ am Samstag, 8. September, im Bilderbuchmuseum, Burgallee 1 in Troisdorf, um 19 Uhr. Bis Sonntag, 18. November, ist die Schau in Troisdorf zu sehen. Erwachsene zahlen fünf Euro Eintritt, Kinder bis 14 Jahre zwei Euro.

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