Versuchter Totschlag

Haftbefehl nach Messerattacke in Troisdorf erlassen

Troisdorf. Nach der Messerattacke auf einen 62-Jährigen in Troisdorf wurde Haftbefehl gegen den 23-jährigen mutmaßlichen Täter erlassen. Der 62-Jährige war schwer verletzt worden.

Bei einer Messerattacke in der Troisdorfer Innenstadt ist am Samstag nach Polizeiangaben ein 62-jähriger Mann schwer verletzt worden. Weitere Personen trugen leichte Verletzungen davon. Gegen den 23-jährigen Tatverdächtigen wurde am Sonntag Haftbefehl erlassen, wie Oberstaatsanwalt Robin Faßbender auf GA-Anfrage sagte. Dem jungen Mann wird versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.

Der Friseur hatte am Samstag in Troisdorf zunächst in seiner alten Arbeitsstätte randaliert und anschließend dem Vater seines ehemaligen Arbeitgebers mit einem Messer schwere, aber nicht lebensbedrohliche Verletzungen zugefügt. Nach GA-Informationen war der 23-Jährige am Samstag gegen 13.30 Uhr zu seiner alten Arbeitsstätte an der Kölner Straße gekommen und hatte dort die Beschäftigten angepöbelt. Sein ehemaliger Arbeitgeber sagte aus, dass er dem jungen Mann vor rund acht Monaten gekündigt habe, da er wegen seines Drogenkonsums nicht mehr haltbar gewesen sei. Die Beschäftigten des Friseurbetriebs, der zu einem Familienbetrieb im Rhein-Sieg-Kreis gehört, konnten den ehemaligen Kollegen, der offenbar unter Drogeneinfluss stand, schließlich zum Verlassen des Ladens bewegen. Dass der Verdächtige vor der Tat Drogen konsumierte hatte, konnte die Staatsanwaltschaft am Sonntagabend noch nicht bestätigen.

Stich in den Hals

Nach GA-Informationen zog es den Mann danach zu einem Imbiss an der Kirchstraße, der ebenfalls zu dem Familienbetrieb gehört. Dort traf der Königswinterer auf die Mutter des Unternehmensinhabers, die er nach Zeugenaussagen zunächst heftig beschimpfte. Danach soll der Mann ein Messer – möglicherweise aus dem Imbiss – gegriffen haben und auf die Straße gestürmt sein. Dort traf er auf den Vater des Firmenchefs. Wie auf Bildern einer Überwachungskamera zu sehen ist, attackierte der 23-Jährige den 62 Jahre alten Mann unvermittelt, hielt ihn fest und stach schließlich auf ihn ein. Dabei traf er ihn am Hals.

Schwer verletzt schaffte es der 62-Jährige schließlich, sich in einen benachbarten Kiosk zu flüchten. Doch der Messerstecher folgte ihm ins Innere des Ladens, wo er abermals auf ihn einstach und am Oberkörper verletzte.

Fünf Männer stoppen
 den Angreifer

Fünf Männer aus einer benachbarten Shisha-Bar, die Zeugen des Übergriffs wurden, stürmten in den Kiosk, um den Angreifer zu stoppen. Drei von ihnen erlitten dabei ebenfalls Stichverletzungen, wie der GA vor Ort erfuhr. Sie schafften es jedoch, den Mann festzuhalten, bis die alarmierte Polizei nach wenigen Minuten eintraf. Um keine Zeit zu verlieren, packte währenddessen ein weiteres Familienmitglied den schwer verletzten 62-Jährigen in ein Auto und fuhr ihn ins Krankenhaus. Da auch der Angreifer beim Kampf mit den Zeugen verletzt wurde, brachte ihn ein Rettungswagen unter Polizeibegleitung ebenfalls ins Krankenhaus.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot nach Troisdorf ausgerückt. Mehrere Beamte sicherten die Umgebung und sperrten den Tatort ab. Der Messerstecher wurde noch im Rettungswagen formal von der Polizei festgenommen, bevor er in die Klinik gebracht wurde. Die Bonner Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Beamte der Spurensicherung untersuchten noch am frühen Samstagabend den Tatort, Polizisten befragten zudem Zeugen des Vorfalls. Dem Opfer der Messerattacke ging es am Sonntag den Umständen entsprechend gut, wie der Sohn auf Anfrage des GA sagte. Der 62-Jährige ist demnach glimpflich davongekommen, muss aber noch einige Tage in der Klinik bleiben.

Mögliche Zeugen, die vor Ort den Beginn der Auseinandersetzung im Außenbereich zwischen dem Friseursalon und dem Kiosk beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0228/150 mit der Mordkommission in Verbindung zu setzen.