Radler in Troisdorf gestorben

Gab es beim tödlichen Unfall weitere Beteiligte?

Troisdorf. Nach dem Verkehrsunfall am Sonntag in Troisdorf, nach dem ein 64-jähriger Radfahrer starb, ermittelt die Polizei auf Hochtouren. Saß der mutmaßliche Unfallverursacher vielleicht nicht allein im Auto?

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall in Troisdorf am Sonntag, bei dem ein 64-jähriger Pedelec-Fahrer ums Leben kam und seine Frau schwer verletzt wurde, ermittelt die Polizei weiter.

Dringend gesucht werden Zeugen des Unfalls und des Geschehens danach, teilen die Ermittler am Dienstag mit.

Folgende Fragen stellt sich die Polizei:

  • Wer kann Angaben zu dem oder den Insassen des Audi A2 machen, mit dem der Unfall verursacht worden sein soll?
Mit diesem Audi A2 soll der Unfall verursacht worden sein.

Mit diesem Audi A2 soll der Unfall verursacht worden sein.

 

  • Wer hat das Auto auf dem Weg zwischen der Unfallstelle an der Altenrather Straße/Am Prinzenwäldchen und dem nur einige hundert Meter entfernten Abstellort am "Fliegenberg-Parkplatz" beobachtet?
  • Hat jemand beobachtet, dass nach dem Unfall Personen aus dem Auto ausgestiegen sind?
  • Gab es möglicherweise einen weiteren Unfallbeteiligten?
  • Wem ist der Wagen vor dem Unfall aufgefallen?

Nach dem schweren Verkehrsunfall am Sonntag in Troisdorf war der 64-jährige Pedelecfahrer am Montag seinen Verletzungen erlegen. Bei dem Opfer handelt es sich um den früheren Chef der Württembergischen Versicherungen, Norbert Heinen.

Anders als von der Polizei zunächst mitgeteilt worden war, schwebt seine 62-jährige Ehefrau nach GA-Informationen nicht in Lebensgefahr. Die Unfallopfer aus Rösrath waren auf Pedelecs unterwegs gewesen und hatten an einer roten Ampel gewartet, als sie vom Auto des Verursachers getroffen wurden.

Der Unfall hatte sich am Sonntagnachmittag gegen 14.55 Uhr an der Kreuzung Altenrather Straße/Römerstraße in Troisdorf ereignet. Nach ersten Ermittlungen der Polizei soll der Unfallverursacher in seinem Audi A2 von der Troisdorfer Innenstadt Richtung Altenrath unterwegs gewesen sein, als er in einer langgezogenen Rechtskurve anscheinend die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Er geriet in den Gegenverkehr, wich einem an der Ampel wartenden Audi aus und fuhr links daran vorbei auf den Gehweg.

Dort warteten die beiden Fahrradfahrer vor der roten Ampel und wurden von dem Auto erfasst und mehrere Meter durch die Luft geschleudert. Beide erlitten schwere Verletzungen und wurden ins Krankenhaus gebracht. Das ältere Ehepaar in dem Audi, an dem der Unfallfahrer vorbeigefahren und das den Unfall beobachtet hatte, erlitt einen Schock. Nach dem Zusammenprall kollidierte der Unfallverursacher noch mit einer Gartenmauer und beschädigte zwei weitere Fahrzeuge.

Zeuge verfolgte Unfallfahrer mit dem Auto

Daraufhin flüchtete er. Ein Zeuge folgte ihm jedoch sofort mit dem Auto und beobachtete, wie der Flüchtige sein Fahrzeug auf einem Wanderparkplatz an der Straße Zum Sonnenberg abstellte und zu Fuß in den Wald lief. Der Zeuge verständigte die Polizei und führte die Beamten zu dem Wald, in dem sie den mutmaßlichen Unfallfahrer stellen und vorläufig festnehmen konnten.

Sein Auto wies deutliche Spuren des Unfalls auf: Die Windschutzscheibe war komplett gesplittert, die beiden Reifen auf der rechten Seite waren platt, und es roch deutlich nach Gummi. Der 38-Jährige war alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 2,2 Promille. Auch ein Drogentest wurde nach GA-Informationen durchgeführt.

An der Unfallstelle werden noch bis in den Abend Spuren gesichert. Dafür wurden die Altenrather Straße und die Straße Am Prinzenwäldchen voll gesperrt. Die Feuerwehr wurde hinzugezogen, um zusätzlich Fotos von oben machen zu können. Auch ein Dekra-Gutachter wurde zur Unfallstelle gerufen. Die Fahrräder der Unfallopfer wurden sichergestellt und sollen kriminaltechnisch untersucht werden.

Der 38-jährige mutmaßliche Unfallverursacher musste aufgrund fehlender Haftgründe wieder entlassen werden. Die Polizei ermittelt gegen ihn unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr durch Fahren unter Alkoholeinfluss. Die Ermittler des Verkehrskommissariats bitten darum, dass sich Unfallzeugen bei der Polizei melden.

Besonders wichtig ist ihnen die Aussage eines unbeteiligten Autofahrers, der vor der Kollision auf der Römerstraße von dem 38-Jährigen überholt wurde. Auch Angaben zu dem Verhalten des Troisdorfers vor dem Unfall sind für die weiteren Ermittlungen von großem Nutzen. Hinweise nimmt die Polizei in Troisdorf unter der Telefonnummer 02241/541-3221 entgegen.