Vorbereitung für den Kölner Treppenlauf

Feuerwehrmänner trainieren in voller Montur

Die sportliche Herausforderung im Fitnessstudio meistern die Troisdorfer Wehrmänner mit Bravour.

Die sportliche Herausforderung im Fitnessstudio meistern die Troisdorfer Wehrmänner mit Bravour.

Troisdorf/Köln. Vier Troisdorfer bereiten sich auf den Wettkampf im höchsten Gebäude von Köln vor. Im Fitnessstudio sind die Zeiten der Feuerwehrleute schon ziemlich gut.

Vier Männer der Troisdorfer Berufsfeuerwehr stellen sich am 4. August in Köln einer großen Herausforderung: dem Kölnturm Treppenlauf. Oliver Formeller (29), Christian Derks (40), Marcel Kremer (30) und Thilo Götz (48) wollen sich erstmals mit Feuerwehrangehörigen aus dem gesamten Bundesgebiet im sportlichen Wettkampf messen.

Während viele Teilnehmer den Treppenlauf mit Sportbekleidung absolvieren, treten die Wehrleute in „voller Montur“ an. Das bedeutet für jeden Teilnehmer, mit 24 Kilogramm zusätzlicher Ausrüstung 39 Etagen mit 714 Stufen zu erklimmen und dabei 132 Höhenmeter zu überwinden. Das alleine ist schon eine sehr sportliche Herausforderung, die allerdings von Formeller und Derks noch getoppt wird, denn beide bestreiten den Wettkampf mit angeschlossener Pressluftatmung. Das Quartett, das von Thomas Reuter, dem Sportbeauftragten der Troisdorfer Feuerwehr begleitet wird, bezeichnet sich selbst als „sportlich fit“, aber dies sei nichts im Vergleich zu den Kollegen aus anderen Städten.

Bei den einzelnen Berufsfeuerwehren wie Düsseldorf oder Aachen sei es auch eine prestigeträchtige Sportveranstaltung, für die man sich dort unter optimalen Trainingsbedingungen vorbereiten könne. Die Troisdorfer trainieren nicht gemeinsam, sondern jeder hält sich auf seine Art fit, so Reuter. „Obwohl wir auf der Rettungswache ein hervorragend eingerichtetes Fitnessstudio haben, wollten wir mal etwas Abwechslung in den Trainingsalltag bringen und haben im Troisdorfer FitX-Studio an der Poststraße nachgefragt. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen und bekamen ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft geboten“, so der Sportbeauftragte.

Jana Kemski, die stellvertretende Studioleiterin empfing die Wehrmänner am Dienstagmorgen zum „Treppensteigen“. Dabei handelt es sich um ein Cardiogerät mit sich ständig fortbewegenden Treppenstufen. Nachdem die Wehrmänner zwischen sieben und acht Minuten für die virtuellen 39 Etagen gebraucht hatten – ein sehr guter Wert in voller Montur, so die Studioleiterin, – zogen sie Bilanz. „Das ging schneller als ich gedacht hatte. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich den Stufen im Kölnturm entspricht“, so Oliver Formeller, der auch die Idee zur Teilnahme hatte. „Wir sind normale Sportler, suchen aber die Herausforderung und natürlich ist das auch etwas fürs Ego“, so Thilo Götz, der älteste und erfahrenste Feuerwehrmann im Team.

Alle sehen zwar den sportlichen Aspekt beim Wettbewerb im Vordergrund, wollen die Erfahrung aber auch für den Berufsalltag mitnehmen. „Im Brandfall müssen wir oft mehrere Etagen hochlaufen und dabei Schlauchmaterial und andere Gegenstände nach oben transportieren. Dies ist ein schönes Training für uns, was auch absolut notwendig ist, denn im Ernstfall muss jeder seiner Aufgabe gewachsen sein“, so Götz. Er bemängelte auch die seiner Meinung nach eingeschränkten Übungsmöglichkeiten unter fast realen Bedingungen. „Wenn es weniger brennt, muss man mehr üben. In Düsseldorf und Düren gibt es dazu die idealen Möglichkeiten, aber leider machen viele Städte und Kommunen, wahrscheinlich aus Kostengründen, davon wenig Gebrauch“, so Thilo Götz.

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es bereits die Idee für den Bau eines Gefahrenabwehrzentrums als Ersatz für das alte Kreisfeuerwehrhaus in Siegburg. Hier soll es dann auch neue Trainingsmöglichkeiten für die Rettungskräfte geben.