Prozess vor dem Bonner Landgericht

Feuerteufel aus Troisdorf kommt mit Haft auf Bewährung davon

Symbolbild

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TROISDORF. Ein 26-jähriger Troisdorfer steckte in einer Nacht Sperrmüll und Mülltonnen an. Hundegebell weckte die Hausbewohner gerade noch rechtzeitig. Eine Enkelin rettete die Großmutter. Nun wurde er verurteilt.

Hätte Hund Lotte nicht gebellt, wäre es möglicherweise viel schlimmer gekommen: Als in der Nacht zum 14. November Rollläden und Fensterrahmen an der Erdgeschosswohnung des Hauses in Troisdorf-Oberlar Feuer fingen und Rauch in das Schlafzimmer eindrang, schlug der Hund noch vor dem Rauchmelder Alarm, so dass sich die Bewohner gerade noch rechtzeitig ins Freie retten konnten. Am Mittwoch wurde der Mann, der sich in jener Nacht noch drei weitere Male als Feuerteufel betätigt und auch vor den übrigen Häusern Sperrmüll und Mülltonnen angesteckt hatte, vom Bonner Landgericht verurteilt. Und hatte mehr Glück als Verstand.

Denn der 26-jährige Troisdorfer wurde für das erste Feuer nicht wie angeklagt wegen besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt, sondern nur wegen fahrlässiger Brandstiftung, fahrlässiger Körperverletzung und Sachbeschädigung in insgesamt vier Fällen und kam mit 18 Monaten Haft auf Bewährung davon.

Der Mann, der bereits vorher schon einmal als Zündler zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, weil er im Keller seines Hauses eine Papiertonne in Brand gesteckt und dann selbst die Feuerwehr alarmiert hatte, war in der Nacht des 14. November vergangenen Jahres auf dem Heimweg von einer Kneipe, wo er reichlich Alkohol getrunken hatte. Als er den ersten Brand legte, hatte er fast 2,5 Promille Alkohol im Blut. Als er vor dem Haus im Talweg den Sperrmüll anzündete, schliefen dort im Schlafzimmer der Erdgeschosswohnung der schwerstbehinderte 81-jährige Bewohner und dessen 79-jährige Frau.

Enkelin weckte Großmutter

Ihr Glück: Auch ihre 26-jährige Enkelin und deren Freund samt Hund Lotte waren in jener Nacht in der Wohnung. Die Enkelin wachte von dem Gebell auf, weckte die Großmutter, half zusammen mit ihrem Freund den alten Leuten, das Haus zu verlassen und rief die Feuerwehr. Während die das Feuer löschte, stand der Brandstifter, der selbst einmal Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr gewesen war, ihnen im Weg und nahm die Löscharbeiten mit seinem Handy auf.

Er wurde weggeschickt und steckte auf seinem Heimweg noch drei Mal Sperrmüll und Mülltonnen an. Als er zu Hause aufgegriffen wurde, hatten seine Handschuhe einen starken Brandgeruch und Brandlöcher. Obwohl auch das Gericht ihm im Urteil vorhielt, wie gefährlich seine Zündeleien waren und wie sehr er die betroffenen Menschen traumatisiert hatte, befand es am Ende: Der 26-Jährige war so stark alkoholisiert, dass man zu seinen Gunsten davon ausgehen muss, dass ihm das alles nicht bewusst war. Als freier Mann verließ der Troisdorfer, der sechs Monate lang in U-Haft gesessen hat, das Gericht. Im Prozess hatte er geschwiegen und auch gegenüber seinen Opfern kein Wort des Bedauerns geäußert. Obwohl seine Anwältin Freispruch gefordert hatte, nahm er das Urteil an.