Weltkriegsbomben in der Region

Bombenentschärfungen in Rheinbach und Troisdorf erfolgreich

Verladung der Bombe nach Entschärfung.

Verladung der Bombe nach Entschärfung.

Troisdorf/Rheinbach. Der Kampfmittelräumdienst musste zwei Weltkriegsbomben in Troisdorf entschärfen. Hunderte Anwohner mussten dazu ihre Häuser verlassen. Zuvor war eine 250-Kilo-Bombe in Rheinbach entschärft worden.

Der Fund zweier Weltkriegsbomben hat am späten Freitagnachmittag an der Roncallistraße in Troisdorf zu einer größeren Evakuierungsaktion geführt. Nach Angaben der Stadt Troisdorf waren rund 1100 Bewohner betroffen. Sie mussten wegen der Entschärfung ihre Häuser verlassen. Zudem war die nahe gelegene Autobahn 59 zwischenzeitlich gesperrt, was im weiteren Umkreis zu Verkehrsbehinderungen führte. Entwarnung dann gegen 19.40 Uhr: Die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten beide Bomben unschädlich gemacht.

Die Experten, die bei der Bezirksregierung Düsseldorf angesiedelt sind, waren bereits am frühen Nachmittag im Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte und machten sich ein Bild von der Lage. Die beiden 250 Kilogramm schweren Bomben lagen im Abstand von etwa 500 Metern auf einem Feld am Ende der Roncallistraße. Dort soll gebaut werden. Bei einer routinemäßigen Untersuchung fielen die explosiven Altlasten auf. Hinweise auf Fundorte ergeben sich vor allem durch Luftbilder aus Kriegstagen. Gewissheit brachte nun der Einsatz von Spezialsonden.

Als Erstes galt es, Sperrgebiete festzulegen: Im Umkreis von 300 Metern müsse alles geräumt werden, erklärte Wolfgang Wolf vom Kampfmittelräumdienst. In diesem Radius befanden sich teilweise Wohnhäuser. Feuerwehrleute und städtische Mitarbeiter klapperten mit Listen jedes einzelne Haus ab, um die Bewohner zum Verlassen aufzufordern. Die Stadt richtete in der Sporthalle der Gesamtschule „Am Bergeracker“ eine Sammelstelle ein. Die Räumung verlief weitgehend reibungslos, und doch kam es zu einer Verzögerung, weil eine Bewohnerin uneinsichtig war. Bei dem Einsatz waren 100 Feuerwehrleute, 20 Mitarbeiter des Ordnungsamtes, acht vom Sozialamt sowie acht Polizisten vor Ort. Fast 50 Helfer der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes waren beteiligt. Sie richteten beispielsweise eine Betreuungsstelle ein und kümmerten sich um die Evakuierung liegender Personen. Zudem stellten sie die Verpflegung der Einsatzkräfte sicher.

Was für mache Bewohner aufregend war, bedeutete für den Bombenexperten Wolf Routine. „Ich bin die Ruhe in Person“, sagte er und meinte trocken: „Jeder Tag kann der letzte sein.“ Dann machte er sich mit den Kollegen Fritz Pütz und Holger Jacobi konzentriert ans Werk. Die Zünder der beiden Blindgänger waren schnell herausgedreht. Das hieß: Entwarnung. Die britischen Fliegerbomben mit der doppelten Aufhängöse sind Wolf und seinen Kollegen bestens bekannt. Schwieriger sei es mit Munition aus dem Ersten Weltkrieg, sagte Wolfgang Wolf.

Während der Entschärfung war die A 59 bei Troisdorf am Abend zeitweise gesperrt. Der Verkehr in Richtung Bonn wurde ab der Ausfahrt Spich und in Richtung Köln ab dem Autobahndreieck Sankt Augustin umgeleitet. Das führte in der Umgebung zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen.