Troisdorfer Bilderbuchpreis verliehen

Belgischer Illustrator überzeugt die Jury beim Bilderbuchpreis

Preisübergabe im Museum (v.l.): Elisabeth Lautenschlager, Antje Damm, Sonja Danowski, Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, Peter Goes und Museumsleiterin Pauline Liesen.

Preisübergabe im Museum (v.l.): Elisabeth Lautenschlager, Antje Damm, Sonja Danowski, Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, Peter Goes und Museumsleiterin Pauline Liesen.

Troisdorf. Für sein Buch "Die Zeitreise" ist der belgische Illustrator Peter Goes mit dem 21. Troisdorfer Bilderbuchpreis ausgezeichnet worden. Es ist der einzige deutsche Spezialpreis für künstlerische Bilderbuchillustrationen.

Der einzige deutsche Spezialpreis für künstlerische Bilderbuchillustration, der Troisdorfer Bilderbuchpreis, ist am Sonntag im Bilderbuchmuseum verliehen worden. Die Jury, bestehend aus Karin Gruß, Thomas Schmitz und Maria Linsmann, vergab den mit insgesamt 7500 Euro dotierten Preis bereits zum 21. Mal. Den ersten Platz machte der belgische Illustrator Peter Goes mit seinem Buch „Die Zeitreise“, der zweite Platz ging an Antje Damm für „Der Besuch“.

Für ihre collagierten Bilder erhielt Elisabeth Lautenschlager den Förderpreis. Eine Kinderjury aus zehn Schülern aus den vierten Klassen verschiedener Troisdorfer Grundschulen prämierte außerdem das Buch „Kleine Nachtkatze“ von Sonja Danowski. Die Bücher der Gewinner sowie sämtliche weiteren Einsendungen sind noch bis Sonntag, 3. September, in einer Ausstellung im Bilderbuchmuseum, Burgallee 1, zu sehen.

Ungewöhnlich durchkomponiertes Buch

„Die Zeitreise“ von Peter Goes ist viel mehr als nur ein illustriertes Kinderbuch. Im Großformat zeigt der belgische Illustrator die Geschichte der Welt – vom Urknall bis heute. Auf einem Zeitstrahl reist der Leser dabei vorbei an den Dinosauriern, trifft Wikinger, betrachtet die Werke großer Künstler und Erfinder und findet sich mit dem Schließen des Buches in der heutigen Zeit wieder. Das liebevoll gestaltete Buch kommt mit Informationen zu jeder Epoche und vielen Wimmelbildern voller spannender Details daher. Damit ist das Buch eine tolle Ergänzung für Bücherschränke in Kinder- und Wohnzimmern.

Die deutsche Illustratorin Antje Damm erzählt in ihrem Buch die Geschichte der ängstlichen Elise. Sie trifft eines Tages den neugierigen Jungen Emil, der Farbe in ihren grauen Alltag bringt. Diese neue Lebensfreude zeigt die Illustratorin auch in ihrem ungewöhnlich durchkomponierten Buch, für welches sie eine neue Technik verwendete. Aus Kartonelementen baute sie Räume nach, stellte ausgeschnittene Figuren hinein, um die Szene anschließend zu kolorieren, auszuleuchten und abzufotografieren. So bekam jede Seite eine dreidimensionale Optik. Für diese Technik, aber auch für die rührende Geschichte nahm die gelernte Architektin am Sonntag den zweiten Preis entgegen. „Es ist für Kinder eine tolle Erfahrung, dass sie etwas bewirken können. Auch völlig absichtslos, nur weil sie da sind“, so Damm.

Facharbeit wird mit dem Förderpreis ausgezeichnet

Die collagierten Bilder von Elisabeth Lautenschlager sollten eigentlich nur eine Facharbeit für ihr Studium zur Illustratorin werden, nun wurden die Werke zu ihrem unveröffentlichten Buch „Rotkäppchen und der böse Wolf“ mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Die Jury lobte ihre Arbeit als „herausragend“ und prämierte die 24-Jährige für ihre Technik, die Art ihre Darstellung zu reduzieren und mit wenigen Elementen in Szene zu setzen. Den Förderpreis vergab die Kinderjury, zehn Viertklässler aus Troisdorf, an das Buch „Kleine Nachtkatze“ von Sonja Danowski. Nach vielen Stunden der angeregten Diskussion hatten den Schülern vor allem die vielen Details, die fotorealistischen Illustrationen und die Geschichte über eine Freundschaft zwischen einem Jungen und seinem Kater gefallen.