Ehrung in der Burg Wissem

Alte Geschichte neu interpretiert - Jonas Lauströer erhielt den Bilderbuchpreis

Preisträger (von links): Sabine Koschier, Kazuaki Yamada, Jonas Laustroer, Stella Dreis mit Museumsleiterin Pauline Liesen.

TROISDORF. In der Jury herrschte Einstimmigkeit. Der Bilderbuchpreis 2013 der Stadt Troisdorf geht an den Hamburger Illustrator Jonas Lauströer für seine Illustration von Reineke Fuchs. Gestern nahm der Künstler in der Remise der Burg Wissem die Ehrung entgegen.

Die Jury würdigte Lauströers zeitgenössische Interpretation der Fabel über den hinterhältigen Lügner, Betrüger und Taugenichts Reineke Fuchs, die von Renate Raecke nacherzählt worden ist.

Lauströer verstehe es meisterhaft, die Physiognomie und Mimik der Menschen auf den Fuchs und alle Tiere der Geschichte zu projizieren, so die Jury. Der Preisträger stelle sich der Thematik mit einem Stil, "der auf den ersten Blick malerisch, eher klassisch anmutet". Ein zweiter Blick auf die farbigen und opulenten Bilder mache Skizzenlinien erkennbar, "die gekonnt entweder die Charaktere der Protagonisten unterstreichen oder aber eine unbändige Kraft und Bewegung ins Bild übertragen". Lauströer sei es gelungen, "textlich Bekanntes mit neuem Blick zu erfassen".

Der bereits mehrfach ausgezeichnete freiberufliche Illustrator wurde 1979 in Hamburg geboren und hat an der dortigen Hochschule für angewandte Wissenschaften, wo er seit 2006 als Lehrbeauftragter 3D-Animation unterrichtet, Illustration studiert. Den zweiten Preis teilten sich der Japaner Kazuaki Yamada und die gebürtige Bulgarin Stella Dreis.

 Mit reduziertem Text und Bild zeigt Yamada die Geschichte eines kleinen Mädchens, das zusammen mit verschiedenen Tieren in einem Bus den roten Luftballon verfolgt, der ihm entschwebt ist. Am Ende entdeckt es einen viel größeren Ballon, die untergehende Sonne. Die Bilder von Stella Dreis in Collagetechnik, gemischt mit Zeichnungen und Malerei, mit denen sie das Buch "Grimms Märchenreise" illustriert hat, erinnern an Szenen von Hironymus Bosch und Pieter Breughel. Auch der Künstlerin attestierten die Juroren eine "gelungene Wahrnehmungsschulung" .

Der Preis der Kinderjury, besetzt mit zehn Viertklässlern, ging an Sabine Koschier für ihr Buch "Jacky. Ein Orang-Utan sucht den Dschungel", das auf einer wahren Begebenheit beruht und bei dem die Kinder von der realistischen Wiedergabe der Tiere, Menschen sowie Motive einerseits, andererseits von den unrealistischen, leuchtenden Farben fasziniert waren. Der Troisdorfer Bilderbuchpreis ist der einzige deutsche Preis, der speziell Illustrationen zu Bilderbüchern auszeichnet.

Eine Ausstellung mit allen eingereichten Arbeiten ist bis zum 23. Juni im Bilderbuchmuseum, Burg Wissem, zu sehen.