Unfall auf A59 nahe Spich

79-Jähriger soll Rettungskräfte behindert haben

Troisdorf. In Folge des Unfalls am Mittwoch auf der A59 hat die Polizei einen 79-jährigen Fahrer eines Mercedes angezeigt. Der Mann soll im abgesperrrten Bereich Videoaufnahmen gemacht und die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindert haben.

Nach den beiden Verkehrsunfällen am Mittwochmittag auf der A59 in Höhe der Anschlussstelle Troisdorf-Spich hat die Polizei Anzeige gegen einen 79-jährigen Mercedes-Fahrer erstattet. Dies teilte die Polizei Köln am Donnerstag mit. Der in den Unfall in Fahrtrichtung Köln involvierte, aber unverletzt gebliebene Mann hatte laut den Beamten wiederholt im abgesperrten Bereich Videoaufnahmen gemacht und dabei Rettungs- und Unfallaufnahmearbeiten behindert. Die Kamera des Mannes stellte die Polizei sicher.   

In Höhe Troisdorf-Spich war es am Mittwoch gleich zu zwei Unfällen gekommen. Zunächst war am Mittag gegen 12 Uhr ein unbeladener Tankwagen in Fahrtrichtung Köln auf einen Sattelzug aufgefahren, dessen Auflieger sich aus bisher ungeklärten Gründen von der Zugmaschine gelöst hatte. Der Sattelzug kollidierte daraufhin mit einem Transporter der Deutschen Bahn, einem Smart und dem Mercedes des 79-Jährigen.

Der 31-jährige Fahrer des Tankwagens, der 27-jährige Fahrer des Transporters und dessen Beifahrer (35) wurden leicht verletzt. Der Fahrer des Smarts (27) wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die A59 in Fahrtrichtung Köln war bis 20.40 Uhr komplett gesperrt. Der Verkehr wurde zunächst kurz vor der Unfallstelle über die Abfahrt Spich abgeleitet, ab etwa 14 Uhr wurde der Verkehr bereits am Autobahndreieck Sankt Augustin-West abgeleitet. Daher kam es zu größerem Rückstau bis auf die A565 und die Nordbrücke.

Kurz nach dem ersten Unfall war auf der Gegenrichtung auf fast gleicher Höhe ein Golf auf ein Taxi aufgefahren. Bei diesem Unfall wurde die 21-jährige Beifahrerin im Golf schwer verletzt und zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Zunächst war die Autobahn dadurch auch in Fahrtrichtung Bonn gesperrt gewesen.

Das Verkehrsunfallteam der Autobahnpolizei war vor Ort und dokumentierte die Unfallschäden. Dabei kam auch ein 3-D-Scanner zum Einsatz. Vor allem wurde untersucht, wie sich der Auflieger des einen beteiligten Lkw von der Zugmaschine lösen konnte. Der Bolzen, der beide Wagenteile zusammenhält und normalerweise am Auflieger befestigt ist, steckte nach dem Unfall in der Sattelplatte der Zugmaschine. Die Ermittlungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen, der 79-Jährige muss sich demnächst wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen verantworten.