Kommentar zum ICE-Halt in Siegburg

Zwischen den Zügen

In Siegburg werden ab Dezember weniger ICE-Züge halten

In Siegburg werden ab Dezember weniger ICE-Züge halten

Siegburg. Viele Bahnkunden berichten, dass Sie auf Fragen und Anregungen noch nicht einmal eine Antwort von der Deutschen Bahn bekommen haben. Sie sitzen buchstäblich zwischen den Zügen. Das ist kein gutes Krisenmanagement, meint Bettina Köhl.

Dass die Brandschäden auf der ICE-Strecke beseitigt werden müssen, steht außer Frage. Doch beim Umgang mit den Fahrgästen, von denen viele Pendler mit Dauerkarte fürs Gesamtnetz der Deutschen Bahn (DB) sind, ist noch Luft nach oben. Viele Kunden berichten, dass Sie auf Fragen und Anregungen noch nicht einmal eine Antwort von der DB bekommen haben. Sie sitzen buchstäblich zwischen den Zügen. Das ist kein gutes Krisenmanagement.

Immerhin melden sich da Leute, deren berufliche Existenz an einer funktionierenden, schnellen Zugverbindung Richtung Frankfurt oder Düsseldorf hängt. Wer mit dem Super-Sparpreis für 19,90 Euro einmal im Jahr zum Weinfest fährt, der wird sich auch über Unannehmlichkeiten auf der Rhein-Main-Strecke ärgern. Trotzdem dürften vor allem die Berufspendler mit Bahncard 100, die mit dem Fahrplanwechsel im Dezember auch wieder teurer wird, mehr Kulanz und weniger Bürokratie seitens der Bahn erwarten.

Jetzt versuchen die Betroffenen, über den Fahrgastverband „Pro Bahn“, das Eisenbahnbundesamt oder das Bundesverkehrsministerium Fragen und Kritik loszuwerden und so etwas zu erreichen. Presseanfragen zum Bahnhof Siegburg – so fair muss man sein – werden schnell und ausführlich beantwortet.

Die Politik wird jetzt wach, auch Wirtschaftsvertreter sollten schnell folgen. Vier ICE-Verbindungen hier weniger und ein paar Sitzplätze dort werden nach dem Fahrplanwechsel nicht dafür sorgen, die Region vom Fernverkehr abzukoppeln. Aber wehret den Anfängen. Die aktuelle Situation auf den Straßen zeigt, dass eigentlich ein zügiger Ausbau des Schienenverkehrs nötig wäre. Beim geplanten Ausbau der Bahnknotenpunkte, darunter Köln, gilt es, genau zu beobachten, welche Auswirkungen das auf Siegburg/Bonn und den Bonner Hauptbahnhof hätte. Die aktuelle Ansage auf dem Bahnsteig „Für Reisende nach Rhein/Main: Fahren Sie bitte über Köln Hauptbahnhof“ darf nicht zum Dauerzustand werden.