Straßenmeisterei hat 2000 Tonnen Salz

Winterdienste im Rhein-Sieg-Kreis sehen sich gut gerüstet

Die Streusalzvorräte der Autobahnmeisterei in Augustin-Buisdorf zeigt Niederlassungsleiter Andreas Schlagheck. FOTO: HOLGER ARNDT

Die Streusalzvorräte der Autobahnmeisterei in Augustin-Buisdorf zeigt Niederlassungsleiter Andreas Schlagheck.

15.01.2016 RHEIN-SIEG-KREIS. Sturmtief Emma gemeinsam mit der Kälte aus dem Osten sind die Zutaten, die für den ersten Wintereinbruch sorgen. Schon gestern schneite es in den höheren Lagen. Der Wetterbericht kündigt für das Wochenende und den Wochenbeginn auch Schnee in den tieferen Lagen an. Für die Straßenmeistereien ist das jedoch kein Problem.

Sie sind gerüstet, ebenso wie die Städte des rechtsrheinischen Kreises. Tonnenweise Salz und Solemischungen in den Lagern können auf die Straßen gebracht werden, sollte das nötig sein. Das Personal steht bereit, und die Daten aus dem Wetterbericht und den Wetterstationen an den neuralgischen Punkten werden regelmäßig geprüft. "Wenn wir nicht schnell genug sind, wird das teuer für alle", fasst der Leiter aller Straßenmeistereien im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis Stefan Leibig die Bedeutung der Straßenräumung für Autofahrer und Wirtschaft zusammen. Andreas Schlagheck, Leiter der Autobahnmeisterei in Sankt Augustin, hat vorgesorgt.

Sein Arbeitstag am Donnerstag begann mit dem Studium des Wetterberichtes. Danach wurden die Bereitschaftspläne für die 30 Mitarbeiter erstellt. Elf von ihnen hatten in der Nacht zum Freitag Dienst und selbst tagsüber am Donnerstag gab es eine Tagbereitschaft mit vier Einsatzkräften. 2000 Tonnen Salz lagern in drei Hallen in Sankt Augustin, Rottbitze und Sieglar.

Insgesamt stehen der Autobahnmeisterei sechs Lkw und zwei Unimogs für die Räumung der 68 Kilometer Autobahnstrecke zur Verfügung. Da alle Spuren geräumt werden müssen, addiert sich die Strecke unter der Obhut der Autobahnmeisterei auf rund 150 Kilometer. Geräumt werden müssen die A59 von Porz bis nach Sankt Augustin West, die gesamte A560 sowie die A3 von Königsforst bis zur Landesgrenze bei Bad Honnef. Auch die Stadt Niederkassel und Porz werden von der Autobahnmeisterei geräumt. Nach den beiden harten Wintern in den Jahren 2010/2011 und 2011/2012 haben alle aufgerüstet. "Wir hatten damals einen Engpass, unsere Lager waren aber nicht leer", beschreibt Schlagheck die Situation.

Die Autobahnmeisterei gehört zum Verbund, in dem auch noch die Straßenmeistereien Lohmar und Eitorf integriert sind. "Wir gehören organisatorisch zusammen und helfen untereinander aus", sagt Schlagheck. So werden die Fahrzeuge auch mit dem Salz einer anderen Straßenmeisterei befüllt, wenn dies sinnvoll ist. Dennoch habe man den Winterdienst nach den harten Wintern optimiert und zwar vor allem im Bereich der Technik. Das Salz und die Sole (Salz-Wasser-Gemisch) werden jetzt elektronisch genau nach Bedarf gestreut. Auch ein zusätzliches Fahrzeug sei angeschafft worden.

Personell jedoch stehe die Straßenmeisterei an ihrer Kapazitätsgrenze, sagt Schlagheck. In der Straßenmeisterei in Lohmar können 1200 Tonnen Salz von acht Fahrzeugen ausgebracht werden. Das Gebiet der Straßenmeisterei erstreckt sich von Neunkirchen-Seelscheid, über Much bis nach Siegburg, Hennef, Sankt Augustin, Königswinter und Bad Honnef. Den ersten Streusalzeinsatz in diesem Jahr hatte am Donnerstag die Straßenmeisterei Eitorf. 350 Kilometer ist die Strecke lang, die von ihr betreut wird. Hinzu kommen noch mal 50 Kilometer Rad- und Gehwege. Rund 600 Tonnen Salz lagern direkt in Eitorf, aber es gibt noch 1700 Tonnen Nachschub in zwei weiteren Lagern.

"Wir haben auch noch 15 000 Liter Diesel für die Fahrzeuge gelagert, aber der kann auch in einer Woche schon aufgebraucht sein", beschreibt der Eitorfer Leiter Ralf Pütz die Schwierigkeiten, das Wetter vorherzubestimmen. 22 seiner insgesamt 26 Mitarbeiter fahren Einsätze im Schichtbetrieb und wenn alles gut läuft, können bis zu zehn Leute pro Schicht die Straßen räumen.

"Der Deutsche Wetterdienst ist unsere Bibel", meint er schmunzelnd und der habe für das Wochenende und den Wochenbeginn Schnee vorausgesagt oder auf jeden Fall Glätte, was noch schlimmer wäre. Damit es auch innerstädtisch vorangeht trotz möglicher Wetterkapriolen, sind auch die Bauhöfe der Städte gerüstet. In Hennef sind 400 Tonnen Streusalz eingelagert und zehn Fahrzeuge einsatzbereit.

170 Kilometer müssen von den städtischen Mitarbeitern geräumt werden, zuzüglich der Fuß- und Radwege sowie der Bushaltestellen. Sankt Augustin ist mit 600 Tonnen Streusalz gerüstet. Sieben Winterdienstmaschinen und Fahrzeuge stehen zur Verfügung und immer elf der insgesamt 33 Mitarbeiter sind einsatzbereit.

100 Straßenkilometer muss der Bauhof innerstädtisch räumen von den insgesamt 230 Straßenkilometern im gesamten Stadtgebiet. Sie sind nach unterschiedlichen Kategorien unterteilt und werden so je nach Priorität geräumt. (Martina Welt)