Verkauf der RWE-Aktien

Wie sich die kreiseigenen RWE-Papiere entwickelt haben

ARCHIV - Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE, aufgenommen am 28.01.2014 in Essen (Nordrhein-Westfalen). Foto: Bernd Thissen/dpa (zu dpa „Trotz Berichten über Milliardenverluste: RWE-Aktien stabil“ vom 28.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

ARCHIV - Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE, aufgenommen am 28.01.2014 in Essen (Nordrhein-Westfalen). Foto: Bernd Thissen/dpa (zu dpa „Trotz Berichten über Milliardenverluste: RWE-Aktien stabil“ vom 28.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Rhein-Sieg-Kreis. Die Aktien unterlagen einer Schwankung von 97,73 bis 9,60 Euro. Aus steuerrechtlichen Gründen „parkte“ der Kreis das Aktienpaket seit den 1990er Jahren bei seiner Tochter Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft.

Die Beteiligung des Rhein-Sieg-Kreises am Energiekonzern RWE reicht bis in die 1920er Jahre zurück. Damals erhielt der Landkreis Bonn Anteile an der RWE AG, um so die kommunale Energieversorgung zu sichern. Aktuell sind 1,4 Millionen Stück verblieben.

Aus steuerrechtlichen Gründen „parkte“ der Kreis seine RWE-Aktien seit den 1990er Jahren bei seiner Tochter Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft. Seither hilft die Dividende, das Defizit im ÖPNV zu mindern. Im Jahr 2000 waren das 5,2 Millionen Mark.

Nach einem historischen Hochstand von 97,73 Euro im Jahr 2008 begann die Talfahrt der RWE-Aktie an der Börse, die sich über die Jahre auch auf das Eigenkapital des Kreises niederschlug. Infolge des Wertverlustes musste die Kreisverwaltung Wertberichtigungen vornehmen, und das Eigenkapital schmolz dahin. Der einstweilige Tiefststand war 2015 erreicht. Damals war jede der 1,4 Millionen Aktien noch 9,60 Euro wert. Inzwischen hat sich die Aktie bei knapp 22 Euro stabilisiert.

Diskussionen über einen möglichen Verkauf des Aktienpakets hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben, angestoßen von unterschiedlichen Kreistagsfraktionen, regelmäßig war die FDP dabei.

Zuletzt war es die SPD, die immer wieder auf einen Verkauf drängte. Im vergangenen Jahr forderten die Sozialdemokraten, den Verkaufserlös in den Wohnungsbau und die digitale Infrastruktur zu stecken. Ende November 2018 kam dann die überraschende Wende, als auch die Koalition aus CDU und Grünen, den Aktienverkauf forderten.