Neue GA-Serie

Wie die Region mobil bleibt

Stau gehört in Bonn und der Region zum Alltag, wie hier auf der A 560 bei Siegburg.

Stau gehört in Bonn und der Region zum Alltag, wie hier auf der A 560 bei Siegburg.

Bonn/Rhein-Sieg-Kreis. Wer täglich auf den Straßen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis unterwegs ist, kann ein Lied davon singen: An jeder Ecke ein Stau - gerade in den Stoßzeiten. Viele Wege werden zur Geduldsprobe, Fahrtzeiten unkalkulierbarer. Wie könnten Wege aus dem Stau aussehen? Dieser Frage geht der General-Anzeiger ab dem 27. April in seiner neuen Serie "Mobil in der Region" nach.

Die Zahlen sprechen für sich. Bonn wird nach der Prognose des Statistischen Landesamtes IT.NRW bis zum Jahr 2040 auf fast 349.000 Einwohner anwachsen (plus 35.000 gegenüber 2014), der Rhein-Sieg-Kreis auf mehr als 615.000 Einwohner (plus 29.500 gegenüber 2014). Die Kehrseite des Wachstums: Es wird auch mehr Verkehr geben, zumal der Wohnraum in Bonn knapper wird und immer mehr Menschen aus dem Umland einpendeln müssen. Die Bundesstadt ist und bleibt mit ihrer hohen Arbeitsplatzdichte eine Pendlerhochburg. Heute schon fahren an Arbeitstagen rund 127.000 Pendler nach Bonn, etwa die Hälfte davon kommt aus dem Rhein-Sieg-Kreis.

Das Straßen- und Schienennetz ist jedoch heute bereits am Limit. Schon der kleinste Unfall, und die halbe Region ist lahmgelegt. Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans sieht bis 2030 zwar eine Reihe von Engpass-Beseitigungen vor, etwa die Erweiterung der A 59 zwischen Bonn-Ost und Köln-Porz. Doch mit großen Lückenschlüssen ist in diesem Zeitraum nicht zu rechnen - wenn sie denn überhaupt kommen. Der Bau einer Rheinbrücke zwischen Wesseling und Niederkassel als Bindeglied zwischen A 555 und A 59 erfreut sich zwar allgemeiner politischer Zustimmung, doch gibt es noch keine Planung. Venusbergtunnel und Ennertaufstieg - bekannt als Südtangente - sind hoch umstritten, die Fronten sind verhärtet.

Hinzu kommt, dass die Region in den kommenden Jahren mit größeren Bauarbeiten auf der Straße rechnen muss: Die Nordbrücke muss saniert, der Tausendfüßer bei Endenich gar abgerissen und neugebaut werden. Regionale Rezepte gegen den Verkehrskollaps gibt es noch nicht.

Wie die Region dennoch mobil bleiben könnte, auch jenseits teurer und langwieriger Neubauprojekte - dem geht der General-Anzeiger ab dem 27. April in einer neuen Serie nach. Vorgesehen sind bis Juni zwölf Folgen. Die Reihe "Mobil in der Region" rückt sowohl Staubetroffene als auch leidgeprüfte Bahnpendler in den Fokus, zeigt aber auch Verbesserungsmöglichkeiten für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf. Zu den weiteren Themen gehören Carsharing, die Möglichkeiten des Fahrrads im Zeitalter von E-Bikes, Pedelecs und moderner Falträder sowie Mobilstationen und Mobilitätsmanagement. Es geht aber auch um zukünftige Fortbewegungsmöglichkeiten. In Bonn wird derzeit über den Bau einer Seilbahn zwischen Venusberg, Bundesviertel und Ennert diskutiert. Das Thema "Selbstfahrende Autos" steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch wird allein diese rasante technische Entwicklung das Mobilitätsverhalten in Zukunft verändern.