Im Februar entscheiden die Eltern

Weg frei für die Gesamtschule in Siegburg

Schulzentrum Neuenhof: Hier soll 2013 eine Gesamtschule starten.

20.11.2012 SIEGBURG. In Siegburg soll zum Schuljahr 2013/14 eine kommunale Gesamtschule an den Start gehen. Der Rat beschloss am Dienstagabend einstimmig, zwischen dem 4. und dem 8. Februar 2013 ein Anmeldeverfahren durchzuführen. Kommen dabei mindestens 100 Schüler aus Siegburg zusammen, ist die Schulgründung im Schulzentrum Neuenhof perfekt.

Mit dem Beschluss am Dienstag wurde gleichzeitig das Ende von Haupt- und Realschule eingeläutet. Sie bilden ab 2013 keine Eingangsklassen mehr, wenn die nötigen Anmeldezahlen für die Gesamtschule erreicht werden.

Davon geht Gutachter Wolf Krämer-Mandeau, dessen Büro Biregio für die Stadt den Schulentwicklungsplan erstellt hat, fest aus. Zumal die Elternumfrage ein eindeutiges Ergebnis pro Gesamtschule ergab. "Die 100 Anmeldungen werden bei weitem übertroffen", so der Planer.

Die neue Schule ist denn auch gleich sechszügig geplant, nach dem Beschluss des Rates wird sie in integrierter Form geführt. Jetzt will die Stadt mit den bestehenden Schulen ein pädagogisches Konzept und ein Raumprogramm erstellen. Auf Anregung der CDU wird geprüft, ob Montessori-Pädagogik eingeführt wird, während die Fraktion Sozialliberale Bürger/Die Linke auf die zu erwartenden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf hinwies.

Auch für sie müsse es ein Angebot geben, so der Fraktionschef Michael Otter. Sein SPD-Amtskollege Frank Sauerzweig mahnte die Politik zur Zurückhaltung, wenn das Schulkonzept erarbeitet wird.

Ansonsten herrschte im Rat bei dieser "wegweisenden Entscheidung" (Bürgermeister Franz Huhn) aber große Einmütigkeit: "Eine Gesamtschule passt in die Landschaft, sie wird mit den beiden Gymnasien harmonisieren", sagte CDU-Fraktionschef Jürgen Becker.

Eine Aussage, die Krämer-Mandeau mit Blick auf die Schülerzahlen bestätigte: Demnach kann eine dritte Oberstufe in der Stadt bestehen. "Die Gymnasien müssen nicht befürchten, dass der Kuchen nicht für alle ausreicht."

Sauerzweig nannte die Gesamtschule "alternativlos". Die Zeit dafür sei "überreif", sagte Astrid Thiel (Grüne). Und Sigrid Haas (FDP) erklärte: "Wir nehmen das Votum der Eltern an." Haupt- und Realschule, die ab 2013 wohl auslaufen, bescheinigten alle Fraktionen gute Arbeit. Sie sollen bis zum Ende die Unterstützung der Stadt bekommen; die Schüler sollen unter "bestmöglichen Bedingungen ihren Abschluss erlangen können", heißt es im Ratsbeschluss.

Gesamtschulen im Rhein-Sieg-Kreis:
Im Kreis gibt es derzeit acht Gesamtschulen in öffentlicher Trägerschaft. Zuletzt haben Sankt Augustin (zum Schuljahr 2011/12), Troisdorf und Windeck (jeweils zum Schuljahr 2012/13) welche gegründet. Alfter hat bei der Bezirksregierung Köln zum Schuljahr 2013/14 die Gründung einer Gesamtschule beantragt, auch in Neunkirchen-Seelscheid gibt es Überlegungen. In Hennef hat der Schulausschuss beschlossen, eine zweite Gesamtschule einzurichten. Auch in Rheinbach ist weiter eine Gesamtschule an Stelle von Haupt- und Realschule im Gespräch. Für Neugründungen gilt: Es müssen beim Anmeldeverfahren mindestens 100 Schüler aus der Kommune zusammenkommen. (Dominik Pieper)