Wanderausstellung "Forschung für Dich!" in Siegburg

Virtuelles Probewohnen

Ausstellung in Siegburg (v.l.): André Hinkenjann, Peter Altenrath, Stephanie Wojtaszek und Eva Tritschler. FOTO: HOLGER ARNDT

Ausstellung in Siegburg (v.l.): André Hinkenjann, Peter Altenrath, Stephanie Wojtaszek und Eva Tritschler.

SIEGBURG. Bis zum 31. August ist in der Filiale Siegburg der Kreissparkasse Köln (KSK) die Wanderausstellung "Forschung für Dich!" zu sehen.

Auf lebensgroßen Fotomotiven werden Forschungsergebnisse der 21 beteiligten Hochschulen vorgestellt, darunter auch die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Ziel der Ausstellung ist es, Wissenschaft und Forschung "auch für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen", erklärte Stephanie Wojtaszek vom Projekt des Netzwerks "Nachhaltige Forschung an Fachhochschulen in NRW". Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW unterstützt das Projekt.

Es gehe darum, dass Bürger "zufällig mit Forschung in Berührung kommen" und sich auf den Schautafeln "wiedererkennen". Denn es handele sich um anwendungsorientierte Projekte, die allesamt Eingang in alltägliche Lebensbereiche finden. KSK-Regionaldirektor Peter Altenrath begrüßte die "Verbindung von Theorie und Praxis", die den Kunden Wissenschaft nahebringe.

Im Anschluss stellte André Hinkenjann, Dozent für Computergrafik und Interaktive Systeme sowie Gründungsdirektor des Instituts für Visual Computing an der Hochschule, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) geförderte Projekt "IVAB" (Interaktive, virtuelle, anmutungsgetreue Bemusterung) unter dem Titel "Raumplaner der Zukunft" vor. Hinkenjann leitet das Projekt auch.

Es ermöglicht Bauherren, "die Ausstattung eines geplanten Hauses in einer 3 D-Simulation interaktiv zu wählen und dadurch besser zu kalkulieren", so Hinkenjann. Die virtuelle Bemusterung, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurde, zeigt das Aussehen der gewählten Ausstattung. "Die Vorteile für die Bauherrschaft sind eine größere Entscheidungssicherheit und für den Haushersteller größere Kundenzufriedenheit sowie eine Minimierung der sonst erforderlichen, umfangreichen Musterausstellung", heißt es in der Projektbeschreibung.

Im Fokus stand dabei die realistische Darstellung von Materialien wie Boden- und Wandbelägen, vor allem aber eine realistische Beleuchtungsverteilung, die mittels globaler Beleuchtungsberechnung ermöglicht werde, erläuterte Hinkenjann. So sei der "Licht- und Schattenwurf exakt" darstellbar.

In einer nächsten Stufe soll das Projekt noch erweitert werden: Da man nicht sämtliche Materialien selbst erfassen könne, solle Herstellern die Möglichkeit gegeben werden, Scans ihrer jeweiligen Materialien für die Simulation bereitzustellen. Darauf könnten die Hausanbieter dann zurückgreifen, erklärte Hinkenjann die nächsten Schritte. Außerdem arbeite man daran, die Schnelligkeit der IVAB zu verbessern.