Energiesparen in Siegburg

Viertklässler entlarven Stromfresser

Urkundenübergabe: Bürgermeister Franz Huhn (links) überreicht den Schülern ihr Dokument.

Urkundenübergabe: Bürgermeister Franz Huhn (links) überreicht den Schülern ihr Dokument.

SIEGBURG. 77 Schüler der Adolf-Kolping-Schule waren erfolgreich als Energiespardetektive unterwegs

Mit Stempel und Unterschrift auf einer Urkunde sind 77 Schüler der Grundschule Adolf-Kolping aus Siegburg-Brückberg gestern offiziell als Energiespardetektive ausgezeichnet worden. Bürgermeister Franz Huhn und Thomas Zwingmann, Siegburger Energieberater der Verbraucherzentrale NRW, überreichten ihnen gestern das Dokument.

In drei Unterrichtseinheiten à zwei Schulstunden hatten Christian Knapp und Desirée Bolduan, Mitarbeiter des Bildungsteams der Verbraucherzentrale, die Schüler für das Energiesparen begeistert. Die Kinder seien von Beginn an Feuer und Flamme gewesen und hätten "förmlich an den Lippen der Referenten geklebt", berichtete Lehrerin Mechthild Dickmann. Und genützt hat es auch etwas: Denn bei insgesamt 60 Menschen aus der Familie und dem näheren Umfeld konnten die kleinen Spürnasen Energieverschwendung aufdecken und exakt 233 Tipps geben, wie sich der Stromverbrauch reduzieren lässt.

Der neunjährige Simon Dahmann etwa sorgte dafür, dass seine Eltern und sein Bruder ab sofort "übriggebliebenes Essen erst in den Kühlschrank stellen, wenn es abgekühlt ist". Und er ermahnte sie, das Licht immer zu löschen, wenn man das Zimmer verlässt. Vieles hätten die Eltern selbst noch nicht gewusst, berichtete Dickmann. Zum Beispiel, dass man den Backofen früher abschalten könne, weil er die Hitze noch eine Zeit lang hält.

Knapp und Bolduan erklärten, dass zum Energiesparen ein Deckel den Topf beim Kochen verschließen sollte. Und sie wiesen die Pänz darauf hin, dass auch beim sogenannten "Standby" elektrischer Geräte Strom verbraucht wird und rieten zum Austausch alter Glühbirnen gegen Energiesparlampen. "Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit viel Spaß zeigen wir den Schülern, wie sie das Klima schonen können", so Zwingmann.

Die Nachwuchsermittler lernten Elektrogeräte im Haushalt kennen und durften den Umgang mit Messinstrumenten ausprobieren. Ausgerüstet mit vielen guten Tipps und Checklisten machten sie sich dann in den eigenen vier Wänden ans Aufspüren von Stromfressern.

Bürgermeister Huhn lobte die Bildungsaktion der Verbraucherzentrale, die mit Mitteln des Landes und der Europäischen Union finanziert und den Schulen der Stadt kostenlos angeboten wird. Denn gerade die junge Generation sei "darauf angewiesen, dass wir jetzt unsere Energievorräte schonen". Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen würden sie als Multiplikatoren an Verwandte, Freunde und Nachbarn weitergeben, die wiederum davon profitierten, so Huhn. Und die Kinder selbst würden das Erlernte nicht mehr vergessen.