Landwirte kooperieren

Vereinbarung zur Nitrat-Senkung im Trinkwasser

Landwirte und Wasserversorger unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zum Gewässerschutz.

Landwirte und Wasserversorger unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zum Gewässerschutz.

Rhein-Sieg-Kreis. Die Senkung des Grenzwertes für Nitrat im Trinkwasser ist Ziel einer Kooperation von Wasserversorgern und Landwirten im Rhein-Sieg-Kreis. Jetzt haben sie die Vereinbarung für einen effizienteren Einsatz von Dünger verlängert.

Überschüssige Gülle im Boden, hohe Nitratbelastung in Flüssen und im Grundwasser sowie eine viel aufwendigere Trinkwasseraufbereitung – so würde es laut Norbert Eckschlag, Geschäftsführer des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV), im Rhein-Sieg-Kreis heute wohl aussehen, hätten Landwirte und Wasserversorger nicht bereits vor fast 30 Jahren begonnen, gemeinsam für den Gewässerschutz zu arbeiten. „Wir würden wohl viel über einander reden, aber nur wenig miteinander“, so Eckschlag.

Auch in Zukunft werden Landwirte und Wasserversorger im Rhein-Sieg-Kreis ihre Zusammenarbeit im Arbeitskreis Landwirtschaft, Wasser und Boden (ALWB) fortsetzen. Am Freitag unterzeichneten Vertreter der Versorgungsunternehmen und die Landwirtschaftskammer NRW eine neue Kooperationsvereinbarung, deren Laufzeit erstmalig nicht nur über fünf, sondern über zehn Jahre gilt.

Mehr als 300 Landwirte sind im ALWB

Der ALWB wurde 1989 von Landwirten und Landwirtschaftsverbänden, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem WTV gegründet. Hintergrund war die Senkung des Grenzwertes für Nitrat im Trinkwasser auf 50 Milligramm pro Liter im Zuge der 1986 beschlossenen Trinkwasserverordnung, wie Rainer Sommerhäuser, Landwirt aus Much und Vorsitzender der ALWB, erklärte. Die hohen Nitratwerte in den Gewässern verlangten nach einer Lösung des Problems, die in NRW in Form von Kooperationen gefunden wurde.

Mehr als 300 Landwirte aus dem Rhein-Sieg-Kreis sind heute Mitglieder im ALWB. Die Wasserversorger finanzieren heute unter anderem zwei landwirtschaftliche Berater, die die Landwirte in der ALWB bei Fragen – etwa zum effizienteren Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln – zur Seite stehen.

Unterstützung durch Bodenprobenanalysen

Zudem können die Mitglieder bei Bedarf auf moderne Traktoren und Maschinen zur Gülleausbringung des ALWB zurückgreifen. Unterstützung erhalten sie außerdem durch Bodenprobenanalysen. Auf deren Basis können sie den Bedarf an Düngemitteln noch genauer steuern.

„Die Herausforderungen bleiben auch weiterhin bestehen. Zum einen im Hinblick auf neue technische Entwicklungen, aber auch angesichts langanhaltender Trockenphasen, die uns künftig vielleicht häufiger begegnen“, sagte der ehemalige Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und WTV-Vorsteher, Frithjof Kühn.

Einen Hinweis auf die positiven Auswirkungen des Kooperationsmodells liefert laut Sommerhäuser ein Blick auf die Nitratbelastung im Trinkwasser. „Dieser zeigt in den Einzugsgebieten der Kooperationen sinkende oder zumindest stagnierende Werte. So auch in den Einzugsgebieten des ALWB“, so Sommerhäuser.

Die Wasserversorger im ALWB sind neben dem WTV, das Wasserwerk der Gemeinde Alfter, der Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal, der Aggerverband und der Wasserbeschaffungsverband Thomasberg.