Nach Überfall auf Kiosk

Täter stellt sich der Polizei in Siegburger Gaststätte

Der Täter stellte sich in Ute Herzogs Gaststätte der Polizei

Der Täter stellte sich in Ute Herzogs Gaststätte der Polizei

Siegburg. Nach einem Überfall auf einen Kiosk in Siegburg lief der Täter in Ute Herzogs Gaststätte und stellte sich der Polizei. Die Siegburger Wirtin reagierte sofort und ließ den Mann von zwei Gästen in die Küche bringen. Erst dann sah sie die Pistole in seinem Hosenbund.

Zuerst hielt sie es für einen Scherz: Als ein aufgelöster 28-Jähriger am Samstagabend in Ute Herzogs Gaststätte „Jraaduss“ Ecke Hohenzollernstraße/Ludwigstraße auf der Zange rannte und verlangte, dass sie die Polizei ruft, war die Wirtin perplex. „Es war ja der 11.11., da kommen die ganzen Jecken aus Köln“, sagte sie. „Ich dachte, dass das einer von den Wahnsinnigen sein muss.“ Aber dann warf sich der Mann auf den Boden und hielt die Tür der Gaststätte mit beiden Händen zu.

Was Herzog zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Der Mann hatte kurz zuvor versucht, einen Kiosk einige Meter weiter zu überfallen. Nach Angaben von Herzog war er völlig außer Atem: „Er machte einen panischen Eindruck. Dann schob er plötzlich den Türriegel vor.“ Erst dachte die Inhaberin, dass jemand den Mann verfolgt. Bis er sagte: „Ich habe Mist gebaut, rufen Sie die Polizei.“

Herzog reagierte sofort und ließ den Mann von zwei Gästen in die Küche bringen. Erst dann sah sie die Pistole in seinem Hosenbund. „Gott sei Dank habe ich die Knarre nicht direkt gesehen, sonst wäre ich nicht so ruhig geblieben“, so Herzog, die das Traditionshaus seit sechs Jahren führt. Maskiert sei er nicht gewesen, und die Waffe habe er freiwillig abgegeben. Erst dann rief sie die Polizei, ohne zu wissen, was vorgefallen war.

Kiosk-Besitzer warteten vor der Tür

Vor der Tür des Lokals standen bereits die Geschädigten aus dem Kiosk, die auf der Suche nach dem Mann waren, der zuvor den 45-jährigen Angestellten mit vorgehaltener Waffe aufgefordert hatte, ihm das Geld aus der Kasse zu übergeben, was der Kiosk-Angestellte aber verweigerte. Der Täter versuchte daraufhin selbst, die Kasse zu öffnen. Als er scheiterte, flüchtete er ohne Beute und stellte sich in Herzogs Gaststätte.

Die zwei Polizisten, die in einem Streifenwagen zu der Gaststätte kamen, durchsuchten den Mann und nahmen die Waffe an sich. „Der Junge war total aufgelöst und hat sich nicht gewehrt“, sagte Herzog. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei dem Revolver um eine zugelassene Softair-Waffe, die einer echten Schusswaffe täuschend ähnlich sieht. „Aus der Distanz können selbst Polizeibeamte eine Softair-Waffe nicht sofort von einer echten unterscheiden“, sagt Stefan Birk, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. „Diese Waffen sind zwar erstmal ungefährlich, aber wer damit bedroht wird, bekommt natürlich Panik.“

Auch das Erscheinungsbild des Täters spiele eine Rolle und habe Einfluss auf die Reaktion des Opfers. „Es kann sogar vorkommen, dass der Täter vom Opfer beeindruckt ist und es sich anders überlegt“, so Birk. Grundsätzlich empfiehlt die Polizei, in einer solchen Situation zu kooperieren und nicht die Konfrontation zu suchen oder sich zu verweigern. Birks Rat: „Die Tageseinnahmen lohnen sich nie, als dass man dafür seine Gesundheit aufs Spiel setzen sollte. Sobald der Täter weg ist, umgehend die Polizei verständigen.“