Fluglärm in der Region

Stallberg ist besonders betroffen

RHEIN-SIEG-KREIS. Wie laut Maschinen im Einzugsgebiet des Köln/Bonner Flughafens sind, das wird rund um die Uhr gemessen: sowohl vom Flughafen selbst als auch von Kommunen und der Lärmschutzgemeinschaft.

Solche Messstellen befinden sich beispielsweise in Siegburg-Stallberg, in Hennef-Heisterschoß und im Hennefer Zentrum. "Vor allem Stallberg ist stark betroffen", sagt Helmut Schumacher vom Hennefer Ortsverband der Lärmschutzgemeinschaft Köln/ Bonn. Der Siegburger Stadtteil stelle eine Besonderheit dar, weil An- und Abflugrouten nebeneinander verlaufen.

Die eigenen Messdaten des Flughafens untermauern das. Beispiel erstes Halbjahr 2014: Demnach lag in der Zeit von 22 bis 6 Uhr der Dauerschallpegel - das ist der Mittelwert - in Stallberg nachts bei 57,2 Dezibel, in Hennef waren es 50,4 Dezibel. Nach Einschätzung des Epidemiologen und Fluglärm-Experten Professor Eberhard Greiser und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann schon ein Dauerschallpegel von mehr als 40 Dezibel das Risiko gesundheitlicher Schäden erhöhen.

"Viele nationale und internationale Studien gehen davon aus, dass ab einem nächtlichen Dauerschallpegel von 50 Dezibel signifikante Belege für Langfristschäden existieren", so Schumacher. Das zuletzt Ende 2006 geänderte Lärmschutzgesetz des Bundes hat für nächtlichen Fluglärm in Nachtschutzzonen einen (außen gemessenen) Dauerschallpegel von 55 Dezibel als Grenzwert für die Einrichtung von passivem Schallschutz festgesetzt.

Insgesamt ist im ersten Halbjahr 2014 die Zahl der Starts und Landungen am Flughafen Köln/Bonn gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Das ergab eine Auswertung der Flughafen-Messdaten durch die Lärmschutzgemeinschaft. Demnach wurden insgesamt 60.962 Flugbewegungen registriert, das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Flüge zwischen 22 und 6 Uhr stieg um 3,2 Prozent auf 16.541. Die Zahl der extrem lauten Maschinen, die mit mehr als 80 Dezibel gemessen wurden, stagnierte mit 727 etwa auf Vorjahresniveau.