Nach Großbrand

Stadt Siegburg erteilt Abrissgenehmigung für beschädigte Häuser

Siegburg. Nach dem verheerenden Brand in Siegburg muss ein beschädigtes Haus abgerissen werden, die anderen könnten wieder aufgebaut werden. Währenddessen ist die Ursache weiter unklar.

Gut eine Woche nach dem Großbrand im Siegburger Stadtteil Brückberg steht fest, dass die meisten der beschädigten Häuser wieder aufgebaut werden können. Wie Stadtsprecher Jan Gerull am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, haben die statischen Untersuchungen ergeben, dass die Flammen lediglich ein Haus an der Straße im Urnenfeld derart beschädigt haben, dass es komplett abgerissen werden muss. Bei den anderen fünf Häusern müssten der Dachstuhl und in Teilen die oberste Etage erneuert werden. An einem weiteren, am Hohlweg gelegenen Haus sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.

Unterdessen suchen die Beamten der Kreispolizei weiter nach der Ursache für den Brand, bei dem am Dienstag vor einer Woche 32 Menschen verletzt und sieben Häuser zerstört wurden. „Die Ermittlungen laufen, es liegen noch nicht alle Ergebnisse vor“, sagte Polizeisprecher Georg Küpper auf Nachfrage. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liege auf der Böschung rechts der Bahngleise, wo das verheerende Feuer entstanden ist.

„Wir haben eine generelle Abrissgenehmigung für alle betroffenen Häuser erteilt“, sagte Stadtsprecher Jan Gerull. So könnten die Betroffenen schnell und unbürokratisch mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser beginnen, auch wenn nur Teilabrisse notwendig seien. Darüber entscheiden nun die jeweiligen Familien zusammen mit Sachverständigen.

Seit Anfang der Woche laufen die Aufräumarbeiten an den betroffenen Häusern. Wie berichtet, hat die Stadt Siegburg gemeinsam mit Experten des Rhein-Sieg-Kreises die Entsorgung der teils verkohlten Überreste geregelt. „Nicht alles darf in den normalen Müll wandern“, erklärte Gerull. Einige Gegenstände hätten den Brand auch unbeschadet überstanden. „Am Dienstag haben wir noch ein Pflegebett aus einem Haus geholt“, so Gerull.

Aktuell sind die meisten Betroffenen bei Verwandten und Freunden untergekommen. Eine Familie hat schon eine Ersatzwohnung gefunden. Weitere kann die Stadt vermitteln: „Wir haben insgesamt 67 Angebote“, so Gerull. An einem schwarzen Brett im Rathaus finden die Opfer zudem eine Vielzahl von über das eingerichtete Bürgertelefon eingegangenen Hilfsangeboten: von Handwerksleistungen bis zur Finanzberatung.

Die fünf Klassenzimmer voll mit Sachspenden, die am vergangenen Samstag in der ehemaligen Hauptschule am Haufeld abgegeben wurden, sind inzwischen sortiert. Die Kleidung haben Manu Gardeweg und ihre Mitstreiter vom Netzwerk „Lohmar hilft“ nach Größen geordnet in ihre Halle in Troisdorf gebracht. Dort können die Betroffenen sich in den nächsten Tagen neu eindecken. Am Donnerstag bietet die Stadt ihnen die Gelegenheiten aus Sachspenden wie Möbeln, Geschirr, Töpfen, Staubsaugern, Fernsehern oder Ähnlichem auszuwählen. Die Hilfsbereitschaft lässt derweil nicht nach. Weiterhin fließen Geldspenden auf das Spendenkonto. Und für den 1. September ist ein Benefizkonzert zugunsten der Brandopfer in der Lohmarer Jabachhalle angesetzt.