Kinderbetreuung in Siegburg

Stadt Siegburg übernimmt die Kita Sankt Anno

Der katholische Kindergarten an der Bambergstraße geht in städtische Hand über. Die Kita ist mit ihren 100 Plätzen eine der größten in Siegburg.

Der katholische Kindergarten an der Bambergstraße geht in städtische Hand über. Die Kita ist mit ihren 100 Plätzen eine der größten in Siegburg.

Siegburg. Die Pfarrgemeinde Sankt Servatius gibt die Trägerschaft für die Kindertagesstätte Sankt Anno ab. Nun haben sich die Eltern für einen Wechsel zur städtischen Trägerschaft ausgesprochen.

Die Stadt Siegburg übernimmt die Kindertagesstätte Sankt Anno im Siegburger Norden. Wie berichtet, hatte die Pfarrgemeinde Sankt Servatius im Juni die Konsequenz aus der seit Jahren angespannten Situation in der Einrichtung gezogen und die Trägerschaft zum Ende des nun laufenden Kindergartenjahres gekündigt. Die Eltern der Kita haben sich bereits für die Stadt als neuen Träger ausgesprochen. In einer Versammlung stimmten sie am Dienstag einstimmig für eine schnellstmögliche Übernahme. Nun muss die Politik noch grünes Licht für einen Wechsel unterjährig im laufenden Kindergartenjahr geben. Eine erste Entscheidung steht im Jugendhilfeausschuss am Donnerstag, 20. September, an.

Wie berichtet, hatten sich die Eltern der Einrichtung bereits im April für einen Trägerwechsel ausgesprochen. „Personelle Engpässe führen immer wieder zu Betreuungsproblemen, was sich auch negativ auf die pädagogische Arbeit auswirkt“, beschrieb Markus Pluta, Vorsitzender des Elternbeirates, damals die Probleme. Die Kirchengemeinde reagierte und teilte im Juli mit, sich aus der Trägerschaft zurückzuziehen. „Wir sehen uns nicht mehr in der Lage, den Anforderungen einer Trägerschaft in ausreichendem Maß gerecht zu werden“, sagte Pfarrer Thomas Jablonka damals auf Nachfrage. Ein Rückzug scheine ihm die beste und dauerhafteste Lösung des Problems, dessen Ursachen laut Jablonka weit in die Vergangenheit zurückreichten. Mit rund 100 Mädchen und Jungen ist die Kita Sankt Anno eine der größten in Siegburg. An ihren anderen beiden Einrichtungen hält die Gemeinde fest.

Eltern entscheiden sich für Stadt als Träger

Die Stadt Siegburg kündigte nach dem Rückzug der Kirchengemeinde an, die Trägerfrage gemeinsam mit den Eltern und Mitarbeitern anzugehen. „Wir sind verpflichtet, die Plätze weiterhin anzubieten“, erklärte der Beigeordnete Andreas Mast. In der Versammlung stellte die Verwaltung den Eltern nun zwei Varianten zur Wahl: eine freie Trägersuche, bei der die Stadt zusammen mit den Eltern Kriterien für ein Auswahlverfahren festlegen müsse. Oder die Option, dass die Stadt selbst die Trägerschaft übernimmt. „Dann entfällt die Ausschreibung“, so Mast.

Die Eltern sprachen sich einstimmig für die die Stadt aus, verbunden mit dem Wunsch nach einem positiven Neuanfang. „Wir wissen, dass nicht alle Probleme in der Kita zeitnah und umgehend gelöst werden können und werden versuchen, Geduld und Nachsicht zu üben“, sagt Markus Pluta. Und die Stadt aktiv unterstützen. Besonders freuen sich die Eltern darüber, dass der Trägerwechsel bei günstigen Umständen noch im laufenden Kindergartenjahr vollzogen werden könnte.

Bislang war nur eine der derzeit 22 Siegburger Kindertagesstätten in Trägerschaft der Stadt – die „Deichmäuse“ im Stadtteil Deichhaus. Die anderen Einrichtungen werden von freien Trägern betrieben. Wie berichtet, möchte die Stadt auch die neue Kita, die in Kaldauen entsteht, selbst betreiben. Damit wäre die Kita Sankt Anno die dritte Kita in städtischer Hand.

Der Jugendhilfeausschuss tagt am Donnerstag, 20. September, ab 18 Uhr im Rathaus.