Freizeitbad Oktopus

So sieht es aktuell im Siegburger Freibad aus

Am Beckenrand ist alles vorbereitet für die neuen Startblöcke, die nur noch auf den Guss warten. Im Schwimmbecken ersetzt Folie die alten Fliesen.

Am Beckenrand ist alles vorbereitet für die neuen Startblöcke, die nur noch auf den Guss warten. Im Schwimmbecken ersetzt Folie die alten Fliesen.

SIEGBURG. Neue Startblöcke, Folie statt Fliesen und aktuelle Technik: Das Schwimmerbecken im Siegburger Freibad wird voraussichtlich pünktlich zum Saisonbeginn fertig saniert sein. Ein Blick auf die Baustelle.

Das Datum hat André Kuchheuser fest vor Augen: Rund um den 20. Mai soll im Siegburger Freizeitbad Oktopus die Freibad-Saison starten. „Dann ist das Schwimmerbecken wieder betriebsbereit“, gibt sich der Vorstand der Siegburger Stadtbetriebe AöR, die das Bad betreiben, zuversichtlich. Dass hier in wenigen Wochen wieder Schwimmer ihre Bahnen ziehen, ist derzeit indes kaum vorstellbar. Seit dem vergangenen Herbst gleicht das große Becken eher einer Baustelle. Wie berichtet, investieren die Stadtbetriebe rund 2,6 Millionen Euro, um das in die Jahre gekommene Becken grundlegend zu sanieren.

Vor der Bademeisterkabine bewegt ein Bagger Erde. Große Behälter hat er freigelegt: die Schwallwasserbehälter von Nichtschwimmer- und Planschbecken. „Von hier geht das Wasser in die Aufbereitungsanlage“, erklärt Martin Franken vom Gebäudemanagement der Stadtbetriebe. Das Pendant für das Schwimmerbecken liegt im Untergeschoss des am Beckenrand neu entstandenen Technikgebäudes. 600.000 Liter Wasser können die Filter und Maschinen dort in der Stunde aufbereiten und in die Becken zurückleiten.

„Wir haben die Technik und sämtliche Leitungen erneuern lassen“, erklärt Kuchheuser. Dass das unumgänglich war, hatte Tino Krebs, Sachverständiger für kommunale Bäder, bereits im Dezember 2017 in einem Gutachten aufgezeigt. Damals war die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens gerade abgeschlossen. Wie berichtet, haben die Stadtbetriebe vor zwei Jahren für rund 700.000 Euro die Fliesen im Nichtschwimmerbecken durch Folien ersetzen und auch dort das Leitungssystem komplett erneuern lassen.

Becken undicht, Technik veraltet

Und die Mängelliste, die der Experte anschließend auch für das große Bassin für Schwimmer vorlegte, war lang: Das Becken war undicht, die Technik veraltet. Der Verwaltungsrat der Stadtbetriebe reagierte und gab im März 2018 einstimmig grünes Licht für die umfassende Sanierung des Schwimmerbeckens samt sanitärer Anlagen. Er strich allerdings drei Posten, die allein der Attraktivitätssteigerung gedient hätten: Unterwasserbeleuchtung, neue Platten rund um das Becken sowie eine Verlängerung der Bahnen.

Attraktiver wird das Freibad auch ohne diese Verschönerungen, vor allem auch unter energetischen Aspekten. „Durch die neue Technik verbrauchen wir deutlich weniger Strom und müssen weniger Chemikalien einsetzen“, sagt Kucheuser.

Am Becken selbst verändert sich wenig: Form, Tiefe, Länge, Breite – alles bleibt, wie es in den 1960er Jahren gebaut wurde. Auch der Turm, der Sprünge aus einem, drei und fünf Metern ermöglicht, ist unverändert, wo er schon seit Jahrzehnten steht. Allerdings trägt auch das 50 Meter lange Becken nun Folie statt Fliesen. Und auf seinem Grund sitzen gleichmäßig verteilt rund 180 Einströmdüsen, die stetig aufbereitetes Wasser auffüllen. Am Beckenrand schwappt ebenso regelmäßig Wasser heraus. „Es gibt einen ständigen Austausch“, erklärt Manuel Hermann, vom Sachverständigenbüro.

Im Nichtschwimmerbecken wird geputzt

Die Entscheidung, Fliesen durch Folie zu ersetzen, hat sich bewährt, sagt der Stadtbetriebe-Vorstand. Und spricht damit aus der Erfahrung von zwei Saisons im sanierten Nichtschwimmerbecken. In dem ist das Wasser abgelassen und alles bereit für das Großreinemachen vor der Eröffnung.

Bis dahin sollen auch die Startblöcke stehen, die momentan noch nicht wirklich erkennbar sind. Das Eisen ist aber schon gelegt, die Verschalung steht und zeigt: Hier wachsen die Blöcke bald in die Höhe. Hinter ihnen ist die neue Zuschauertribüne für Wettkämpfe schon zu erahnen. Auf der gegenüberliegenden Seite führt neben der Treppe eine Rampe ins Becken; auch die ist neu. Kuchheuser berichtet von einem gesonderten Lift, der installiert werden soll. Damit sei das Bad inklusiv.

„Wir liegen im Zeit- und Kostenplan“, nährt Kuchheuser die Hoffnung, dass zum Start der Saison Ende Mai alles wieder bereit für die Badegäste ist. Im vergangenen Sommer verzeichnete das Freibad mit 75.000 Besuchern einen neuen Rekord. Eines kann der Stadtbetriebe-Vorstand aber schon jetzt versichern: „Mit der Sanierung haben wir für die nächsten 15 bis 20 Jahre Ruhe.“