Streit im Vorstand

Siegburgs FDP-Vorsitzende Jennifer Kotula tritt zurück

FDP-Vorsitzende Jennifer Kotula tritt von ihrem Amt zurück.

FDP-Vorsitzende Jennifer Kotula tritt von ihrem Amt zurück.

Siegburg. Wegen Meinungsverschiedenheiten im Vorstand über die designierte Siegburger Bürgermeisterkandidatin Ulla Thiel tritt nun die Siegburger FDP-Vorsitzende Jennifer Kotula zurück. Die 37-Jährige will aber in der Partei bleiben.

Jennifer Kotula tritt als Vorsitzende der Siegburger FDP zurück. Das hat die 37-Jährige am Freitag bekanntgegeben. „Ich habe mich hier nun ein Jahr lang darum bemüht, professionelle Kommunalpolitik zu betreiben. Eine Vorsitzende braucht aber auch einen Vorstand, der dieses Ziel teilt“, schreibt Kotula in der Erklärung zu ihrem Rücktritt.

Grund für ihren Rückzug seien Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Vorstands zur anstehenden Bürgermeisterwahl gewesen. In Kooperation mit der CDU hatte die Siegburger FDP Ende April die Diplom-Verwaltungswirtin Ulla Thiel als gemeinsame Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin vorgestellt, als Nachfolgerin von Franz Huhn (CDU), der nicht mehr antritt (der GA berichtete). Jetzt sei sich der Vorstand aber nicht mehr einig, ob man Thiel als Kandidatin unterstützen wolle. „Wenn die Führungsgremien der FDP Siegburg zunächst die hervorragend geeignete Bürgermeister-Kandidatin Ulla Thiel unterstützen und kurze Zeit später ernsthaft darüber diskutieren, diese Kandidatin wieder fallen zu lassen, ist das nicht mein Kurs“, erklärte Kotula. Aus ihrer Sicht sei Ulla Thiel nach wie vor die beste Kandidatin.

Kotula hatte 2018 als neues Mitglied den Vorsitz im Ortsverband Siegburg übernommen. Zuvor war die 37-Jährige bereits Vorsitzende der Hennefer FDP. Mit viel Engagement habe sie sich um eine angenehme Arbeitsatmosphäre bemüht. Dass der Vorstand sich teilweise schwer damit tue, eine CDU-Kandidatin zu unterstützen, hätte man von Anfang an artikulieren sollen, so Kotula. „Natürlich haben das letzte Wort in einer solchen Frage die Mitglieder des Ortsverbands. Die erwarten aber von ihrem Vorstand, dass er bei einer so wichtigen Frage eine klare Haltung vertritt.“ Ihr Rücktritt aus dem Vorstand sei kein Rücktritt vom Engagement für die FDP. Ihre Arbeit im Kreis- und Bezirksvorstand wolle sie fortsetzen und Mitglied im Ortsverband bleiben.