Mordfall vor dem Landgericht

Siegburger erschlug seine Ehefrau mit dem Beil

Symbolbild

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Siegburg/Bonn. Ein Mann aus Siegburg schlug wieder und wieder mit dem Beil auf den Hinterkopf seine Frau ein und stach auch noch mit dem Messer zu. Das 28-jährige Opfer starb noch am Tatort. Die Bonner Staatsanwaltschaft beantragt nun die Unterbringung in die geschlossene Psychiatrie.

Es war ein Blutbad, das die Polizei am 1. Oktober 2017 in einer Wohnung in Siegburg vorfand: Eine 28-jährige Frau lag mit zertrümmerten Schädel am Boden, ihr 37-jähriger Ehemann hatte, wie er zugab, mit einem Beil auf ihren Kopf eingeschlagen – 39 Mal. Wegen Mordverdachts kam der Mann in U-Haft. Demnächst beschäftigt der Fall das Bonner Landgericht, wie dessen Sprecher Bastian Sczech mitteilte. Weil der Mann jedoch wegen Schizophrenie als schuldunfähig gilt, hat die Staatsanwaltschaft gegen ihn keine Anklage erhoben, sondern beim Schwurgericht einen Antrag auf Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gestellt.

Wie der Sprecher erklärte, kam es laut Antragsschrift am frühen Morgen des Tattags gegen 5.30 Uhr zu der Auseinandersetzung zwischen den frischgebackenen Eheleuten. Der gebürtige Kosovare, der als Kriegsflüchtling 1998 in die Region gezogen war und 2008 eine Niederlassungserlaubnis aus humanitären Gründen erhalten hatte, war seit April 2017 mit der 28-jährigen Landsmännin verheiratet. Doch erst seitdem sie Ende August 2017 die Heimat verlassen hatte und zu ihrem Mann nach Siegburg gezogen war, lebten die beiden in ehelicher Gemeinschaft und galten bei ihren Familien der Antragsschrift zufolge als Traumpaar. Zu dem Streit kam es den Ermittlern zufolge, weil der 37-Jährige das Handy seiner Frau kontrollieren wollte – aus Angst vor Nebenbuhlern. Und als sie ihm das verweigerte, soll der Ehemann völlig die Kontrolle verloren und seine Frau attackiert haben.

Der Staatsanwaltschaft zufolge schlug der 37-Jährige massiv auf seine Frau ein. Anschließend soll er es mit Angst bekommen haben, wegen dieser Körperverletzung ins Gefängnis zu müssen. Und deshalb soll er beschlossen haben, seine Frau als Zeugin auszuschalten und zu töten, was die Staatsanwaltschaft als Mord zur Verdeckung einer Straftat wertet.

Aus diesem Grund soll er aus der Küche ein Beil und ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge geholt haben. Zunächst schlug er den Ermittlungen zufolge wieder und wieder mit dem Beil auf den Hinterkopf seine Frau ein und stach auch noch mit dem Messer zu. „Sie erlitt Hiebverletzungen an Kopf und Nacken und starb noch am Tatort an massivem Blutverlust“, erklärte Landgerichtssprecher Sczech.

Nach der Tat soll der 37-Jährige völlig aufgelöst seinen Bruder angerufen haben. Und der soll ihm den Ermittlungen zufolge geraten haben, sich zu stellen und Polizei und Rettungsdienst zu alarmieren. Der 37-Jährige befolgte den Rat des Bruders, und als die Polizei eintraf, soll er die Tat sofort gestanden haben und kam in U-Haft.

Wie sich herausstellte, leidet der 37-Jährige bereits seit Jahren an Schizophrenie und war deswegen schon in stationärer Behandlung. Ein von der Justiz eingeschalteter psychiatrischer Sachverständiger kam nun zu dem vorläufigen Ergebnis, dass der 37-Jährige aufgrund dieser psychischen Erkrankung zur Tatzeit so erheblich in seiner Einsichts- und Steuerungsfähigkeit eingeschränkt war, dass er als schuldunfähig einzustufen ist. Deshalb wurde er bis zum Prozess vom Gefängnis in eine geschlossene psychiatrische Klinik verlegt.

Wegen seiner Erkrankung droht dem 37-Jährigen in dem Prozess vor dem Bonner Schwurgericht demnächst auch keine Haftstrafe wegen Mordes, sondern die dauerhafte Unterbringung hinter Klinikmauern.