Projekt

Siegburger Gymnasium bietet lernstarken Schülern eine Hochbegabtenförderung an

Junge Forscherin: Die 13-jährige Gesche Lindenberg nimmt an der Hochbegabtenförderung des Siegburger Gymnasiums Alleestraße teil.

Junge Forscherin: Die 13-jährige Gesche Lindenberg nimmt an der Hochbegabtenförderung des Siegburger Gymnasiums Alleestraße teil.

Siegburg. Am Siegburger Gymnasium Alleestraße gibt es eine Hochbegabtenförderung für lernstarke Schüler. Diese sind in der sechsten bis neunten Klasse. Zurzeit nehmen 22 Schüler an dem besonderen Projekt teil und forschen dort.

Die 13-jährige Gesche Lindenberg ist eine sehr gute Schülerin. Nach den Sommerferien wird sie die achte Klasse des Gymnasiums Alleestraße in Siegburg besuchen. In den regulären Lehrveranstaltungen reicht ihr der Schulstoff manchmal nicht aus. So hatte sie die Inhalte für den Chemieunterricht der siebten Klasse schon in den Sommerferien gelesen. Aus diesem Grund besucht die Schülerin seit dem zweiten Halbjahr der fünften Klasse den Projektkurs zur Hochbegabtenförderung.

Die Geschichte-, Chemie- und Physiklehrerin Tuba Celik leitet den Kurs und kümmert sich um die Förderung begabter Kinder und Jugendlicher an dem Gymnasium. „Manche Schüler brauchen neben dem normalen Lernstoff noch mehr Futter. In unserem Projektkurs können diese Jugendlichen selbstständig lernen und forschen“, sagt Celik.

Das Angebot richtet sich an Schüler der sechsten bis neunten Klasse. Zurzeit nehmen 22 Heranwachsende an dem Projekt teil. Diese treffen sich jeden Mittwoch in der dritten Stunde zum Projektunterricht. Dort können die Jugendlichen an eigenen Projekten zu einem Oberthema forschen.

Alles rund um das Thema Müll

In diesem Schuljahr drehte sich alles um das Thema Müll. Gesche Lindenberg und weitere Schüler untersuchten hier, ob die Raupen der Motte Galleria mellonella wirklich Plastik fressen. „Das Projekt war sehr interessant. Phasenweise kamen wir mit unseren Experimenten nicht weiter, aber das muss man durchstehen“, erklärt Lindenberg. Trotzdem konnten die Schüler ihre Forschungsfrage beantworten: In Plastiktüten gesperrt, fressen sich die Raupen tatsächlich durch das Material. Siebtklässler haben im Projektunterricht einen Roboter programmiert, der Mülltonnen an ihrer Farbe erkennt und diese abtransportiert. „Diese Leistung hat mich sehr beeindruckt“, so Celik.

Die Teilnahme an der Hochbegabtenförderung ist freiwillig. Lernstarke Schüler werden von ihren Klassenlehrern vorgeschlagen und bekommen eine Einladung, sich das Programm anzuschauen. Bei Interesse und mit Einverständnis der Eltern können die Schüler mitmachen. Einen Intelligenztest gibt es nicht. „Ob analytisches Denken oder künstlerisches Talent: Es gibt so viele unterschiedliche Begabungen, die ein IQ-Test nicht immer genau feststellen kann“, sagt Celik. Die Schulstunde, die sie wegen des Projektunterrichts verpassen, müssen die Jugendlichen selbstständig nachholen. Aufgrund des Doppelstundensystems verpassen sie jedoch nur eine Stunde eines Fachs.

Fördern und fordern

Ziel des Projektunterricht ist es, begabte Schüler zu fördern, aber auch zu fordern. „Wir möchten die Motivation zum Lernen und zum eigenständigen Forschen stärken“, sagt Celik. Zudem können sich Schüler klassenübergreifend austauschen. „Ich finde es super, dass ich durch den Projektunterricht Kontakt zu älteren Schülern habe“, so Gesche Lindenberg. Das Oberthema für den Projektkurs im nächsten Jahr steht noch nicht fest. Dieses sollte einen Bezug zu Schwierigkeiten der Gesellschaft haben. „Ein Schüler hat sich schon Gedanken gemacht und das Thema künstliche Intelligenz vorgeschlagen. Vielleicht wird das dann unser nächstes Projekt“, sagt Celik.

Weitere Informationen gibt es auf www.gymnasium-alleestrasse.de.