Alter Wehrturm wird saniert

Siegburg macht Hexenturm wieder begehbar

Zur alten Festungsanlage von Stadt und Abtei gehört der Turm. Die Sanierung des Gemäuers hat begonnen.

Zur alten Festungsanlage von Stadt und Abtei gehört der Turm. Die Sanierung des Gemäuers hat begonnen.

Siegburg. Seit Jahren ist der mittelalterliche Turm am Siegburger Michaelsberg aus Sicherheitsgründen gesperrt. Jetzt hat die Stadt mit Reparaturarbeiten begonnen.

Sein Name erinnert an ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte. Auch wenn der Hexenturm auf halber Höhe des Michaelsberges nur in dem im 19. Jahrhundert erschienen fiktiven Roman „Meister Hansen, der Scharfrichter von Siegburg“ Ort von Hexenprozessen war. Wirklich finster ist es aber seit Jahren um den Zustand des mittelalterlichen Wachturms bestellt. Das soll sich nun ändern. Seit einigen Tagen zeigt ein Gerüst an den historischen Mauern: Die Stadt beginnt mit der Sanierung des Turms.

Diese ist Teil des 2013 zusammen mit Bürgern erarbeiteten „Integrierten Entwicklungskonzepts Michaelsberg“, das den Berg bekanntlich schöner und vor allem sicherer machen soll. So sollen etwa alte Wegeverbindungen wieder hergestellt, historische Gartenelemente wieder sichtbar gemacht, Streuobstwiesen angelegt und der Spielplatz erneuert werden. Rund 6,6 Millionen Euro stehen dafür bis 2020 im städtischen Haushalt bereit. Am Osthang haben die Arbeiten im Herbst 2016 an der seit vielen Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrten Seufzerallee begonnen, die in diesem Jahr wieder geöffnet werden soll.

Gesperrt ist seit Jahren auch der Hexenturm, der Teil der mittelalterlichen Festungsmauern von Abtei und Stadt war. Aus Sicherheitsgründen, denn die Bohlen der Turmplattform sind morsch oder fehlen ganz. Darunter geht es in die Tiefe. „Holzdeck und Geländer werden nun erneuert“, teilt die Stadt mit. Tragende Elemente erhalten eine Stahlunterkonstruktion, das Mauerwerk wird saniert. Und spätestens, wenn der Turm wieder begehbar ist, wird ersichtlich: Die im Roman von Wilhelm Herchenbach beschriebenen Einrichtungen und Räume hätten im Siegburger „Hexenturm“ niemals Platz gehabt.