„Fridays for Future“

Schüler streiken in Siegburg für den Klimaschutz

Schüler aus dem Rhein-Sieg-Kreis gehen in Siegburg für eine konsequente Klimapolitik auf die Straße.

Schüler aus dem Rhein-Sieg-Kreis gehen in Siegburg für eine konsequente Klimapolitik auf die Straße.

Siegburg. Rund 40 Jugendliche aus dem Rhein-Sieg-Kreis sind zum ersten Klimastreik in Siegburg gekommen. Die Schüler wollen in der Kreisstadt ein Zeichen setzen und fehlen dafür unentschuldigt in der Schule.

„Es gibt keinen Planeten B“, steht auf dem Plakat, das Anna am Freitag den Passanten auf dem Siegburger Marktplatz entgegenhält. „Ich stehe hier für unsere Zukunft“, erklärt die 18-Jährige, die das Antoniuskolleg in Neunkirchen-Seelscheid besucht. Zusammen mit einigen Mitschülern ist sie an diesem Morgen in die Kreisstadt gekommen, um für eine konsequente Klimapolitik zu streiken. Damit sind sie Teil der weltweiten Bewegung „Fridays for Future“, in der – inspiriert durch die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg – junge Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gehen.

Rund 40 Schüler aus dem Rhein-Sieg-Kreis sind zum ersten Klimastreik in Siegburg gekommen. Deutlich mehr als Theo erwartet hat. Der 16-Jährige hat den Streik in der Kreisstadt zusammen mit dem 21-jährigen Max binnen zwei Tagen organisiert. „Ich war vergangenen Freitag in Köln und habe mich gefragt, warum sollen wir das nicht auch hier machen“, sagt der Schüler der Siegburger Gesamtschule. Über den Kurznachrichtendienst „WhatsApp“ habe er den Termin bekannt gemacht. „Wir kämpfen für einen sofortigen Kohleausstieg“, sagt Theo. Dass er an diesem Vormittag deswegen nicht in der Schule ist, wissen seine Lehrer. „Einige finden es gut, dass wir uns engagieren“, weiß er und nimmt dafür auch in Kauf, dass auf seinem Zeugnis unentschuldigte Fehlstunden stehen werden.

Die seien verkraftbar, finden auch Anna und ihre Freunde. Der Klimawandel hingegen nicht. „Wenn wir nicht aktiv werden, ändert sich nichts“, glaubt sie. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt auch Leonie, die das Hennefer Gymnasium besucht. „Es ist wichtig, dass wir uns einsetzen“, ergänzt ihre Freundin Maren. „Wir dürfen noch nicht wählen, das hier ist unsere Möglichkeit nicht einfach tatenlos zuzugucken“, sagt Fyn, der eine Doppelstunde verpasst, danach aber in die Schule zurückkehren wird.

„Wir sind die letzte Generation, die etwas ändern kann“, erklärt Max, warum er und seine Mitstreiter sich engagieren. Der Klimawandel sei überall sichtbar, Überschwemmungen, Waldbrände, daher müsse sich dringend etwas ändern. Auch aus Sankt Augustin, Troisdorf und Königswinter sind dafür Schüler nach Siegburg gekommen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, rufen sie. Und ernten dafür neben einigen kritischen Worten auch viel Zuspruch von Passanten. Es soll nicht der letzte Streik in Siegburg gewesen sein, sagt Theo: „Wir streiken weiter, bis sich etwas ändert.“