Autor und Künstler liest Kurzgeschichten

Ro Willaschek zurück in Siegburg

Surrealistische, absurde, aber immer heitere Geschichten: Ro Willaschek liest in der Siegburger Stadtbibliothek.

Surrealistische, absurde, aber immer heitere Geschichten: Ro Willaschek liest in der Siegburger Stadtbibliothek.

SIEGBURG. Einem gemütlichen Abend mit Freunden glich die Lesung von Ro Willaschek am Donnerstagabend in der Stadtbibliothek. Denn der Autor ist kein Unbekannter in der Kreisstadt. Von 1981 bis 2010 lebte er in Siegburg, 2010 zog er nach Brügge bei Lüdenscheid.

Klar, dass im Publikum daher viele Freunde und Wegbegleiter aus seiner Zeit in Siegburg saßen, wo er ab 1978 als Dozent für Freie Kunst und Fotografie, ab 1981 als Fachbereichsleiter für Kunst und Literatur an der VHS Rhein-Sieg tätig war.

Außerdem prägte und beeinflusste der heute 69-Jährige während dieser Zeit als Grafiker und Maler, Schriftsteller und Musiker die hiesige Kunstszene.

Mitgebracht hatte Ro Willaschek sein Buch "Des Teufels Großmutter wohnt in Köln", aus dem er einige Kurzgeschichten vortrug. In seinen Storys dreht sich alles um die Stadt Köln. Um jene Menschen, die dort zu Hause sind und um die Lebensart in der Domstadt.

Surrealistisch, absurd, heiter und melancholisch erzählt der Schriftsteller von kleinen Alltagsbegebenheiten ohne reißerische Effekte, eher in leisen Tönen, aber mit umso intensiverem Blick für scheinbare Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten. Auch bei eher traurigen Erzählungen schwingt zwischen den Zeilen dennoch immer Optimismus statt Wehklagen mit.

Da geht es beispielsweise um einen großen schwarzen Vogel. "Der Vogel war ein Rabe mittleren Alters und nannte sich Leo. Ich habe ihn gut gekannt, wusste ihn zu schätzen", berichtete Willaschek. In seiner Geschichte beschreibt der Autor und Künstler den üblichen Tagesablauf seines gefiederten Protagonisten und sein "skurriles Rabendasein".

Wie der sich vor einem Nickerchen nach seinen Ausflügen eine gute Zigarre gönnte, "um die vergangenen Stunden Revue passieren zu lassen". Und dass er dabei immer lustvoll gestöhnt habe: "Leute, was für ein herrliches Leben." Willaschek: "Ich beneidete den Vogel damals außerordentlich."

Die Erzählungen sind in Worten festgehaltene Momentaufnahmen, die vor Fabulierkunst und Bildern strotzen, bei denen der Fotograf und Maler Willaschek durchscheint. Die gewählte Form für seine Erzählungen ist nicht genau zu definieren. Sind es Erzählungen, Märchen oder Short Storys? Im Klappentext zu seinem Band heißt es daher auch: "Man muss hier eine neue Kategorie einführen: Willascheks."