Herkulesstaude in der Region

Rhein-Sieg-Kreis kämpft gegen giftige Pflanze

Neues Gerät: Mit der Schälmesser-Lanze wird der Vegetationskegel der Herkulesstaude durchtrennt.

Neues Gerät: Mit der Schälmesser-Lanze wird der Vegetationskegel der Herkulesstaude durchtrennt.

Rhein-Sieg-Kreis. Die Herkulesstaude hat sich stark an der oberen Sieg ausgebreitet. Ehrenamtliche Helfer sollen mit vereinten Kräften gegen die giftige Pflanze vorgehen.

Rund 40 Hektar Arbeit liegen vor den ehrenamtlichen Helfern des „Konzepts zur Bekämpfung der Herkulesstaude im Überschwemmungsbereich von Sieg und Ahr“. Seit Jahren breitet sich die imposante Pflanze, die unter dem Namen Herkulesstaude oder Riesen-Bärenklau bekannt ist, in NRW aus.

Und das muss eingedämmt werden, denn die aus dem Westkaukasus stammende Pflanze sorgt in Kombination mit der UV-Strahlung des Sonnenlichts für schwere, verbrennungsähnliche Schäden auf der Haut, wenn man sie berührt. Um gegen die gefährliche Pflanze vorzugehen, hat der Rhein-Sieg-Kreis vor ein paar Jahren das Konzept zur Bekämpfung der Herkulesstaude ins Leben gerufen. Mehr als 30 ehrenamtliche Helfer haben in den vergangenen Monaten bereits geholfen, die Verbreitung der Pflanze einzudämmen. Dafür vergibt der Kreis Sieguferpatenschaften für Einzelhelfer oder ganze Helfergruppen. Denn die schwimmfähigen Samen verbreiten sich besonders im Überschwemmungsbereich von Fließgewässern über das Wasser.

Besonders dicht stehen die Pflanzen an den Ufergegenden in Windeck. In Richtung Siegmündung stehe die Pflanze weniger dicht, so Vera Overrödder, Koordinatorin für die ehrenamtliche Bekämpfung der Herkulesstaude im Rhein-Sieg-Kreis. Wer eine Sieguferpatenschaft übernimmt, geht entweder alleine oder in der Gruppe los, um die Pflanze nicht nur zu entfernen, sondern bestenfalls auch auszukeimen. Overrödder trifft sich vorab mit den Ehrenamtlichen und weist sie in die Tätigkeit ein. „Die Saison geht von April bis September. Meistens macht man den Hauptteil der Arbeit vor der großen Hitze“, erklärt Overrödder.

Eine Ausrüstung zum Schutz der Haut sowie Werkzeuge werden vom Kreis gestellt und können an zentralen Sammelorten in den Kommunen abgeholt werden. „Ich bin immer sehr froh, wenn sich Leute melden, die helfen möchten. Der Bedarf ist da. Vor allem in Windeck gibt es viel zu tun“, so Overrödder weiter. Die sieben bis 15-köpfigen Gruppen treffen sich am Wochenende, aber auch mal frühmorgens unter der Woche. Das legt jede Gruppe selbst fest. Auch alleine losgehen ist möglich. „Ich empfehle aber, sich einer der Gruppen anzuschließen. Das macht mehr Spaß, und man motiviert sich gegenseitig“, weiß Overrödder aus Erfahrung.

Weitere Informationen zur Sieguferpatenschaft gibt es bei Vera Overrödder unter herkulesstaude.rsk@gmail.com.