Beethovenjahr in der Region

Rhein-Sieg-Kreis bringt Beethoven in 28 Kitas

RHEIN-SIEG-KREIS. Der Rhein-Sieg-Kreis bringt mit seinem Jubiläumsprojekt Musik in Kindertagesstätten. Unter dem Motto "Ludwig goes Kita" werden kreisweit 28 Kindergärten beteiligt.

Ganz klar, zu einem Geburtstag gehört eine große Torte. Und die durften die Mädchen und Jungen der Siegburger Kindertagesstätte Kinderreich schon einmal verspeisen – auch wenn das berühmte Geburtstagskind erst in ein paar Monaten seinen runden 250. Geburtstag hätte. Doch das Jubiläumsjahr des großen Komponisten Ludwig van Beethoven wirft schon jetzt seine Schatten voraus. Mit „Ludwig goes Kita“ hat der Rhein-Sieg-Kreis zum Jahresbeginn sein erstes Projekt zum Festreigen 2020 gestartet. Zum Auftakt überreichten die Schirmherren Landrat Sebastian Schuster und Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, am Dienstag einen Instrumentenkoffer an das Kinderreich. Das ist eine der kreisweit 28 Kitas, die am Projekt beteiligt sind.

250 Trommeln und 380 Triangeln

Vier Finger schießen auf die Frage nach Ludwig van Beethoven in die Höhe. Die Musik des Komponisten, der seine Wurzeln in Bonn und der Region hat, ist aber schon mehr Kindern vertraut. Denn nur wenige Augenblicke später tanzen alle konzentriert zu den Klängen von Beethovens „Für Elise“ im Kreis. Seit Januar kommt Musiklehrerin Nikola Greller-Salz von der Siegburger Engelbert-Humperdinck-Musikschule jede Woche für drei Stunden in die Einrichtung und macht mit den Ein- bis Sechsjährigen Musik. So wie sie halten es ihre Kollegen aus zehn am Projekt beteiligten Musikschulen. „Wir wollten flächendeckend ein Angebot schaffen, das nachhaltig wirkt“, erklärt Kreiskulturdezernent Thomas Wagner den Ansatz des LuKi-Projektes. Mit einer Fördersumme von 380.000 Euro ist es das größte der insgesamt 20 Beethovenprojekte, die der Kreis begleitet. Der Eigenanteil des Kreises beträgt zehn Prozent, den Rest trägt die Beethoven Jubiläumsgesellschaft.

Wie berichtet, investiert die Kreisverwaltung insgesamt 1,5 Millionen Euro in das Programm zum Beethovenjahr. Das LuKi-Projekt wirkt in allen 19 Kreiskommunen und bindet alle öffentlichen Musikschulen ein. Ein Novum, so Wagner. „Wir wollen allen Kindergartenkindern das Leben und das Werk Beethovens spielerisch näher bringen“, sagt er. Und die Musik auch über das auf zwei Jahre angelegte Projekt in den Kita-Alltag integrieren. Dazu arbeiten die Musikpädagogen eng mit den Erzieherinnen zusammen. „Die Musiklehrer haben das Projekt begeistert aufgenommen“, sagt die Bornheimer Musikschulleiterin Mary Schirilla, die das LuKi-Projekt leitet. In den zurückliegenden Wochen hatten sie die Kitas kennengelernt und gemeinsam mit den Fachkräften erarbeitet, wo LuKi integriert werden kann. Jede Kita hat ihre eigene Beethovenkiste mit Büchern und CDs sowie ihre eigene Luki-Puppe.

„Es gibt regelmäßig Workshops, in denen sich Musiklehrer und Ansprechpartner aus den Einrichtungen austauschen“, sagt Schirilla. Diese Vernetzung sei wichtig und für alle fruchtbar. Das Projekt fuße auf dem landesweiten Konzept „Kita und Musikschule“, das die musikalische Bildung in den Kita-Alltag integrieren will. „Neu ist die Fokussierung auf Beethoven“, so Schirilla. Während des Projektes sind mehrere Mitmachkonzerte auch mit Profimusikern geplant. Zum Abschluss treffen sich alle rund 2000 Luki-Kinder im Juni 2020 zum Abschlusskonzert in der Siegburger Rhein-Sieg-Halle.

Alle 28 Kitas erhalten einen auf ihren Bedarf abgestimmten Instrumentekoffer. Den hat die KSK Köln mit 1000 Euro pro Einrichtung finanziert. Dafür werden rund 250 Handtrommeln, 380 Triangeln und weitere Instrumente in den Kindergärten zwischen Alfter und Windeck verteilt.

„Jede Stadt konnte zwei, jede Gemeinde eine Kita anmelden“, erklärt Thomas Wagner. Birgit Bombien, Leiterin der Siegburger Kita Kinderreich, musste nicht lange überlegen, ob sie sich um die Teilnahme am Projekt bewirbt. Umso mehr freut sie sich, dass ihre Kita zusammen mit der Kinderburg Veronika Keller nun die Kreisstadt im LuKi-Projekt vertritt. „Alle unsere Kinder haben etwas davon“, sagt sie. Denn wenn Nikola Greller-Salz ins Kinderreich kommt, machen alle 77 Mädchen und Jungen und ihre Erzieherinnen mit ihr Musik. „Wir sind ganz frei, alles auszuprobieren“, hebt Bombien hervor. Das sei sehr befruchtend.