Mehr als 15.000 Giftpflanzen bereits entfernt

Rhein-Sieg-Kreis bekämpft die Herkulesstaude

RHEIN-SIEG-KREIS. Sie kann bis zu drei Meter hoch werden und ist besonders für Kinder gefährlich. Der Kreis hat nun den Kampf gegen den sogenannten Riesen-Bärenklau wieder aufgenommen.

Die Herkulesstaude führt bei Hautkontakt zu Verbrennungen, und sie ist giftig für Tiere. Die Rede ist von der Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum), die aus dem Westkaukasus stammt, seit Ende des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland vorkommt und dem Rhein-Sieg-Kreis seit vielen Jahren Ärger bereitet.

Besonders an Flussläufen breitete sich die Pflanze während der vergangenen Jahrzehnte mit rasender Geschwindigkeit massiv aus. Der Kreis hat nun, nachdem er aufgrund von fehlender finanzieller Unterstützung durch die Bezirksregierung seine Aktivitäten einige Jahre eingestellt hatte, den Kampf gegen den sogenannten Riesen-Bärenklau wieder aufgenommen. Nachdem der Kreis zunächst mit Hilfe von Experten bereits Ende vergangenen Jahres ein Konzept zur Bekämpfung der unliebsamen Pflanze erarbeitet hatte, ist seit Anfang April die Fachfirma von Nicolas Reich damit beschäftigt, die Herkulesstaude entlang Sieg und Agger zu bekämpfen. „Wir haben bereits mehr als 15.000 Pflanzen entfernt“, sagte Reich.

Kampf gegen den Riesen-Bärenklau

Allein an der Agger fanden Experten im vergangenen Jahr 59.000 dieser Pflanzen auf einem Gebiet von 30 Hektar und an der Sieg etwa 21.000 Pflanzen auf einem ähnlich großen Untersuchungsgebiet. Zwar kümmert sich die vom Kreis in Abstimmung mit dem Landesumweltministerium und der Bezirksregierung beauftragte Fachfirma im Zuge des neuen Konzepts auf sogenannten naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen um die Bekämpfung der Herkulesstaude. Dies alleine wird laut Kreis jedoch nicht ausreichen. Besonders am Oberlauf der Sieg stehe die Staude teilweise flächendeckend. Besonders problematisch sei, dass die Samen der Pflanzen bei Hochwasser flussabwärts gespült werden und dort für weitere Vermehrung sorgen.

Damit der Kampf gegen die Herkulesstaude erfolgreich ist, bat der Kreis erst kürzlich erneut um die Mithilfe der betroffenen Kommunen, aber auch um die Unterstützung von Ehrenamtlichen.

Bereits in der Vergangenheit konnte der Kreis auf die Mithilfe der betroffenen Kommunen und engagierter Ehrenamtlicher bei der Bekämpfung der Herkulesstaude zählen. So hatte sich die Naturschutzinitiative „KulturBiotopSiegtal“, die vor drei Jahren von Ralph Lorenz ins Leben gerufen wurde, während der vergangenen Jahre massiv um die Entfernung der giftigen Pflanze an der Sieg in Eitorf gekümmert. Nun ist auch der Kreis wieder aktiv, und auch die Kommunen sind mit im Boot.

In Hennef bekämpft die Stadt seit 2009 erfolgreich die Ausbreitung der Herkulesstaude und ruft ebenso wie die Naturschule Aggerbogen in Lohmar zur tatkräftigen Mithilfe auf, um gegen die Neophyten zu Felde zu ziehen. Im Kreisumweltdezernat ist man sehr angetan von den neuen Aktionen. Dezernent Christoph Schwarz sei „hocherfreut über den positiven Verlauf der Arbeiten zur Bekämpfung der Herkulesstaude in der Siegaue“. Erfreulich sei auch, dass die Arbeiten bislang ohne Probleme mit Eigentümern oder Bewirtschaftern umgesetzt werden konnten, hieß es vom Rhein-Sieg-Kreis.

Ein Beweidungsprojekt, bei dem überprüft wird, ob die Wiederaufnahme der Nutzung bislang brachliegender und mit Neophyten belasteter Flächen an Sieg und Agger mittels Beweidung sowohl zu einem Rückgang der Neophyten als auch zu einer positiven ökologischen Entwicklung führt, soll helfen, das Neophyten-Problem insgesamt etwas besser in den Griff zu bekommen.