Landrat

Rhein-Sieg-Kreis appelliert: Wählen gehen

RHEIN-SIEG-KREIS. Die Wahl ist noch nicht entschieden, der Wahlkampf geht weiter: Erstmals kommt es im Rhein-Sieg-Kreis zur Stichwahl um das Amt des Landrats. Am kommenden Sonntag, 15. Juni, sind die 480.854 Wahlberechtigten im Kreis aufgerufen, erneut ihr Kreuzchen zu machen.

Entscheiden können sie sich zwischen Sebastian Schuster (CDU), der beim ersten Wahlgang am 25. Mai 47,7 Prozent der Stimmen bekam, und Dietmar Tendler (SPD), der 34,6 Prozent holte.

Zur Stichwahl kommt es nach dem NRW-Kommunalwahlgesetz, wenn im ersten Wahlgang keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Auch in Troisdorf, Bad Honnef und Wachtberg wird am 15. Juni nochmals gewählt: Hier entscheidet jeweils die Stichwahl, wer Bürgermeister wird.

Vermutlich auch weil bei Stichwahlen mit einer geringeren Wahlbeteiligung gerechnet wird, hat Landrat Frithjof Kühn als Kreiswahlleiter die Bürger per Mitteilung auffordert: "Nutzen Sie auch bei der Stichwahl Ihr verfassungsrechtlich verbrieftes und demokratisch Recht der politischen Mitgestaltung."

Umstellen im Vergleich zum ersten Wahlgang müssen sich die Wähler nicht: Die Wahllokale sind wieder von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer seine Wahlbenachrichtigung abgegeben oder weggeschmissen hat, kann trotzdem seine Stimme abgeben: Nötig ist dafür der Personalausweis, Pass oder Identitätsbeweis. Berechtigt zu wählen ist, wer im Wählerverzeichnis steht. Dieses hat sich seit dem 25. Mai nicht geändert - wer also in der Zwischenzeit in den Kreis gezogen ist, darf noch nicht abstimmen; wer weggezogen ist, dürfte sein Kreuzchen machen.

Wer beim ersten Mal per Brief gewählt hat, musste dabei ankreuzen, ob er das auch bei einer etwaigen Stichwahl tun möchte. Wer den Haken bei "Ja" gesetzt hat, bekommt automatisch die neuen Wahlunterlagen geschickt. Wer "Nein" gesagt hat, muss entweder erneut Briefwahlunterlagen anfordern oder aber persönlich ins Wahllokal gehen.

Die Kreisverwaltung musste bei den Kommunalwahlen vorausschauen: "Wir haben eine mögliche Stichwahl in der Leistungsbeschreibung für den Druck der Stimmzettel vorab mit eingeplant", erklärte Sprecherin Rita Lorenz auf Nachfrage. Mit einem vorläufigen Endergebnis rechnet der Kreis am Wahlabend gegen 21 Uhr. Am Mittwoch, 18. Juni, stellt der Wahlausschuss das amtliche Endergebnis fest.

Unterdessen haben Sebastian Schuster und Dietmar Tendler ihren kreisweiten Wahlkampf fortgesetzt. Auch am Pfingstwochenende sah man die beiden Kandidaten wieder auf etlichen Terminen wie Vereins- und Ortsfesten. Die SPD will vor allem ihre bewährte Wahlkampf-Strategie der Hausbesuche fortsetzen. Bereits kurz nach dem ersten Wahlgang am 25. Mai hingen bereits Tendlers Stichwahl-Plakate - ganz schlicht, ohne Kandidatenfoto. Für Schuster hat die CDU vergangene Woche 2000 neue Porträt-Plakate aufgestellt. Hinzu kommen kreisweit 46 großformatige Plakatwände, die eine Fotomontage zeigen: Sebastian Schuster als Hürdenläufer.

Informationen zur Stichwahl

Die Stadt Sankt Augustin verlegt für die Stichwahl am 15. Juni aus organisatorischen Gründen zwei Wahllokale. Statt im evangelischen Kindergarten in der Von-Galen-Straße wird in der Grundschule Menden, Mittelstraße19, gewählt, und statt im Haus Lauterbach im Familienzentrum Birlinghoven, Birlinghovener Straße 4. Wer im Hennefer Rathaus wählen will, muss sich auf Behinderungen einstellen: Wegen des Europawochelaufs ist die Frankfurter Straße am 15. Juni bis auf Höhe des Chronos-Areals (Gilgen) gesperrt.

Auch die Dickstraße ist gesperrt, so dass die Tiefgarage des Rathauses sowie der Parkplatz hinter dem Verwaltungsgebäude nicht erreichbar sind. Besucher werden gebeten, Parkplätze im Umfeld zu nutzen und zu Fuß zum Rathaus zu kommen. Das Wahlbüro befindet sich dort im hinteren Teil des Foyers und ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Ab etwa 14 Uhr sind die Sperrungen laut Stadt Hennef wieder aufgehoben.