Auf Wunsch der Bürger

RSAG fährt ab 2019 Biomüll wöchentlich ab

Neues zur Biotonne: Joachim Schölzel und Ludgera Decking erläutern die Neuerungen, die es bei der Abfuhr der Biotonne geben wird.

Neues zur Biotonne: Joachim Schölzel und Ludgera Decking erläutern die Neuerungen, die es bei der Abfuhr der Biotonne geben wird.

SIEGBURG. Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaft plant Veränderungen bei der Biotonne und dem Grünabfall. Statt bisher 59 Euro kostet die Abfuhr dann etwa 75 Euro.

Er ist dreieckig, trägt eine lilafarbene Eins und klebt ab der kommenden Woche sukzessive auf jeder Biotonne im Rhein-Sieg-Kreis. Mit einem Aufkleber informiert die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) über Veränderungen bei der Abfuhr von Biomüll und Grünabfall, die ab 2019 in Kraft treten sollen. „Wir planen, die Biotonne künftig von März bis Dezember wöchentlich zu leeren“, erklärt RSAG-Geschäftsführerin Ludgera Decking. Damit reagiere ihr Unternehmen auf Kundenwünsche, aber auch auf Probleme bei der momentanen Abfuhr. Die Idee stellte sie am Donnerstag im Kreisumweltausschuss vor.

Ursprünglich hatte die RSAG die wöchentliche Leerung der Biotonne in den Sommermonaten eingeführt, da es in der heißen Jahreszeit häufig zu Madenproblemen gekommen war. „Wir sehen aber, dass der Bedarf auch außerhalb dieser zehn Wochen groß ist“, so Decking. Lediglich 7,3 Prozent der Haushalte in der Region nutzen die große, 240 Liter fassende Biotonne. Rund 140 000 der kleineren 120-Liter-Tonnen sind im Umlauf. Dass die das Aufkommen an Biomüll und Grünabfall nicht fassen, zeigen die Mengen an Beistellsäcken, Bündeln oder Kartons, die regelmäßig neben den Tonnen stehen.

Belastung der Mitarbeiter durch Biomüllmengen

„Eigentlich sind nur drei Bündel oder Kartons und die kostenpflichtigen RSAG-Beistellsäcke erlaubt“, so Decking. Aus Kulanz nehmen die Fahrer aktuell allerdings alles mit, was am Straßenrand steht. „Für uns sind die Beistellmengen unkalkulierbar und dadurch dauern Touren oft länger als geplant“, sagt die RSAG-Chefin. Das gefährde das Einhalten von Lenk- und Ruhezeiten.

Hinzu kämen krankheitsbedingte Ausfälle bei den Mitarbeitern, die immer häufiger Grünabfälle über die hohe Ladekante für Tonnen heben müssten. Die Mischung von Bio- und Grünabfällen im Lastwagen wie auch Plastikstreifen an Kartons zählt Decking als weitere Nachteile auf.

„Kunden forderten, die wöchentliche Biosammlung über den Sommer hinaus zu verlängern und wünschten sich auch mehr Volumen für die Laubentsorgung im Herbst“, berichtet Decking weiter. Das habe eine Befragung ergeben.

Die RSAG reagierte, erarbeitete ein neues Konzept. Vorbehaltlich der politischen Zustimmung ist die wöchentliche Leerung der Biotonne ab Januar 2019 von März bis Dezember die Regel, auf Wunsch kann sie auf einen zweiwöchigen Rhythmus reduziert werden. „Dann gibt es aber auch im Sommer keine wöchentliche Leerung“, betont Decking. Wer sich für eine Variante entscheidet, lege sich für mindestens ein Jahr fest. Im Januar und Februar werde die Biotonne bei allen Kunden nur alle zwei Wochen geleert, da weniger Grünschnitt oder Laub anfalle. Bündel oder Kartons dürfen gar nicht mehr beigestellt werden. Einzige Ausnahme bildet der RSAG-Beistellsack.

Bis zu 13 Mal im Jahr sind Abholungen möglich

Im Gegenzug bietet die RSAG alle vier Wochen eine eigene Sammlung von Grünabfall an. Bis zu 13 Mal im Jahr können Kunden nach Voranmeldung bis zu drei Kubikmeter Grünschnitt an den Straßenrand stellen, ohne Anrechnung auf die Karte. Unter den insgesamt 30 neuen Fahrzeugen, die die RSAG anschaffen will, sind dafür zehn bis zwölf Wagen mit niedriger Ladekante. Die sind auch im Januar und Februar unterwegs, um die Weihnachtsbäume einzusammeln. „Dadurch gibt es keine Durchmischung von Grünabfall und Biomüll mehr“, hebt Decking hervor. Zudem stellt ihr Unternehmen 30 neue Fahrer ein.

Veränderungen bringen auch neue Kosten mit sich – und die interessierte die Politiker im Umweltausschuss besonders. Aktuell zahlen Kunden für eine 14-tägige Abfuhr ihrer 120-Liter-Biotonne 59 Euro im Jahr. „Bei einer wöchentlichen Leerung werden es künftig ungefähr 75 Euro sein“, sagt Decking. Wer im Zwei-Wochen-Rhythmus bleibt, zahlt in Zukunft etwa 44 Euro im Jahr. Gebühren, mit denen der Umweltausschuss grundsätzlich leben kann.

Das Ja zum Konzept obliegt indes dem Kreistag, der am Donnerstag, 27. September, ab 16 Uhr im Kreishaus, Sitzungssaal A 1.16 zusammen kommt.