Frau soll gegen Badeordnung verstoßen haben

Polizeieinsatz im Siegburger Oktopus

Mehr Eintritt zahlen die Besucher des Siegburger Oktopus ab Januar. Die Stadt erhofft sich dadurch ein Plus von 100 000 Euro. FOTO: ARNDT

Der Eingang zum Siegburger Oktopus. (Archivfoto)

Siegburg. Nachdem eine Frau im Siegburger Oktopus gegen die Badeordnung verstoßen haben soll, wurde sie des Beckens verwiesen. Als sie der Aufforderung nicht nachkam, rückte die Polizei an. Der Lebensgefährte der Betroffenen schildert die Hintergründe anders.

Ein Polizeieinsatz hat am Freitagnachmittag im Siegburger Oktopus für Aufsehen gesorgt. Die Beamten wurden vom Aufsichtspersonal des Freibads alarmiert, weil sich eine Besucherin geweigert habe, der Aufforderung des Schwimmmeisters Folge zu leisten und das Becken zu verlassen. Wie die Pressestelle der Stadt auf Anfrage mitteilte, habe die Frau gegen die Badeordnung verstoßen. Sie soll im Wasser ein Kleid getragen haben. Nachdem das aus Siegburg und Meckenheim stammende Paar den Aufforderungen des Personals nicht nachgekommen sei, hätten die Mitarbeiter es des Bades verwiesen.

Anders schildert der Lebensgefährte der muslimischen Frau den Vorfall. Seiner Ansicht nach sei das Schwimmbadpersonal und die Polizei mit übertriebener Härte vorgegangen. Ein Mitarbeiter des Bades habe ihn zu Boden geworfen. Seine Partnerin sei im „Polizeigriff“ aus dem Bad geführt worden – das alles habe sich vor den Augen ihres vierjährigen Sohnes abgespielt. Beide Erwachsene hätten Prellungen davongetragen. „Meine Lebensgefährtin hat aufgrund von Sprachschwierigkeiten gar nicht verstanden, was genau das Problem war“, berichtete er.

Die Badeordnung, die in den Nassbereichen „übliche Badbekleidung“ vorschreibt, sei am Eingang nicht ausgehängt gewesen. Dass die Kleidung seiner Partnerin unüblich sei, sei seiner Ansicht nach nicht der Fall. Die Frau habe bereits mehrfach das Bad besucht, ohne dass das Tuch, das sie über einem Badeanzug getragen habe, beanstandet worden sei.

Die Polizei berichtete, dass das Paar versucht habe, sich mit Schlägen gegen die Durchsetzung der Hausordnung zu wehren. Die Beamten hätten daher Strafanzeige gestellt. Der Mann und die Frau bestreiten die Vorwürfe.