Zwischen Wesseling und Niederkassel

Planung für die Rheinbrücke beginnt 2018

Der Rhein nördlich von Niederkassel und Wesseling: Dort könnte die Brücke entstehen.

Der Rhein nördlich von Niederkassel und Wesseling: Dort könnte die Brücke entstehen.

Rhein-Sieg-Kreis. Das Land NRW befragt vor der Planung der Spange zwischen A 555 bei Wesseling und A 59 bei Troisdorf die Öffentlichkeit. Konflikte sollen möglichst früh erkannt und aus dem Weg geräumt werden.

Für den Bau der Rheinbrücke zwischen Wesseling und Niederkassel existiert noch nicht einmal eine Skizze. Doch die Bürger können jetzt schon mitreden und Vorschläge einbringen – insbesondere zur Form der Öffentlichkeitsbeteiligung während Planung und Bau. Die Autobahnen 555 und 59 sollen durch die sogenannte Rheinspange verbunden werden. Es ist das größte Neubauprojekt, das die Region vor der Brust hat. Am Mittwoch, 15. November, diskutieren der Landesbetrieb Straßen NRW, die Kommunikationsagentur Ifok und Bürger in Köln zum zweiten Mal über Informationspolitik, Kommunikation und Teilhabe. Am Ende steht ein Konzept, an das die Planer gebunden sind.

Dieses Vorgehen ist bei einer Verkehrsplanung landesweit bislang einmalig. Einerseits ist es eine Lehre aus dem Desaster rund um das Bahn- und Städtebauprojekt Stuttgart 21, das für jahrelange Bürgerproteste sorgte. Andererseits will das Land NRW nach den Worten seines obersten Verkehrsplaners Michael Heinze die Planung beschleunigen. So sollen Konflikte möglichst früh erkannt und aus dem Weg geräumt werden. 2030 werde der Verkehr zwischen Wesseling und Niederkassel den Rhein queren – diese Devise gab Heinze im September bei der ersten Runde der Bürgerbeteiligung in Wahn aus.

Damals hatten sich rund 180 Teilnehmer – Anwohner sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschafts- und Umweltverbänden – zum Brainstorming versammelt. Unter Moderation der Agentur Ifok formulierten sie ihre Ideen, Erwartungen und Bedenken zum Planverfahren. „Die Vorschläge waren konstruktiv und gut durchdacht, es waren keine unerfüllbaren Forderungen dabei“, sagt Ifok-Moderator Simon Oerding. Auf dieser Basis stellt die Agentur am Mittwoch ein Beteiligungskonzept vor.

Planung beginnt Anfang 2018

„Nun möchten wir diesen Entwurf noch einmal intensiv diskutieren und wichtige Details klären“, erklärt Willi Kolks, Abteilungsleiter Planung bei Straßen NRW. Gut 100 Teilnehmer haben sich für die Veranstaltung am Mittwoch im Leonardo Royal Hotel Köln (17 bis 20.30 Uhr, Dürener Straße 287) angemeldet. Es sind noch einige Plätze zu vergeben.

Dabei diskutieren die Teilnehmer darüber, wie sich die Gremienarbeit während des Planverfahrens gestaltet. Und weiter: Wie sollen öffentliche Veranstaltungen aussehen? Wie sollen die Informationen zu den Bürgern gelangen? „Ziel ist es, eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen und über jeden Schritt des Planverfahrens zu informieren“, so Oerding.

Laut Sabrina Kieback, Sprecherin von Straßen NRW, soll die Planung Anfang 2018 beginnen. Die einzige Vorplanung, die es bislang gab, wurde für den Bundesverkehrswegeplan angefertigt. Sie sollte den Bund in die Lage versetzen, eine Bewertung abzugeben. Demnach kostet die Rheinspange 367 Millionen Euro. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist so hoch, dass der Bund das Projekt als „vordringlich“ ansieht. Die Trasse, die der Berechnung zugrunde lag, setzte an der Ausfahrt Godorf der A 555 an und überquerte auf Höhe des Hafens den Rhein.

Von dort verlief sie nördlich der Niederkasseler Orte Lülsdorf, Ranzel und Uckendorf und knüpfte zwischen Spich und Lind an der A 59 an. Die Planung des Landes kann am Ende aber auch ganz andere Varianten hervorbringen. Im Gespräch ist auch eine parallele Schienentrasse. Die politische Unterstützung für das Projekt ist in der Region groß, zumal es Verkehrsentlastung bringen soll. Zu den Kritikern gehören Anwohner, die sich im „Aktionsbündnis gegen die Brücke“ organisiert haben, sowie der BUND.

Anmeldungen für die Veranstaltung am Mittwoch zum Beteiligungskonzept unter rheinspange.nrw.de