Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar

Nutzloses Messgerät kostete mehr als 27.000 Euro

Nutzloses und teures Messinstrument: das Lasermess-Fernglas, das für den Flugplatz Hangelar angeschafft wurde. FOTO: HOLGER ARNDT

Nutzloses und teures Messinstrument: das Lasermess-Fernglas, das für den Flugplatz Hangelar angeschafft wurde.

SANKT AUGUSTIN. Der Lärmschutzbeirat des Verkehrslandeplatzes Bonn/Hangelar richtet eine Anlaufstelle für Beschwerden ein.

Es ist ein Thema, das die Anwohner bewegt: der Fluglärm am Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar. Bei der 59. Sitzung des Lärmschutzbeirates am Mittwoch waren auch einige Zuhörer gekommen. "Es sind so viele Leute wie nie da", sagte der Vorsitzende Helmut Weber. Die wichtigsten Themen im Überblick.

Vorstandswahl

Am Ende entschied der Münzwurf. Jeweils vier Stimmen entfielen auf Helmut Weber, den Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises, und Werner Rambow von der Stadt Bonn. Weber setzte auf Zahl, hatte Glück damit und bleibt im Amt. Im Anschluss wählten die Mitglieder Rambow einstimmig zum zweiten Vorsitzenden.

Lasermessgerät

Vor drei Jahren hatte die Flugplatzgesellschaft das Gerät freiwillig angeschafft. Es sollte kontrollieren, ob die Flieger die Platzrunde einhalten. Die Ergebnisse sollten der Luftaufsicht bei der Bezirksregierung in Düsseldorf vorgelegt werden. Aber: Sie waren nicht brauchbar. Am Mittwoch gab die Geschäftsführung des Flugplatzes die Kosten des Einsatzes an. Das Fernglas kostete 14.600 Euro, das Zubehör und die Schulung der Vermessungstechniker 5486 Euro. Zusätzlich kostete das Personal bei den Einsätzen 13.526,67 Euro. Insgesamt macht das 33.612,67 Euro. Die Rückgabe des Fernglases erbrachte 6245 Euro, so dass die Ausgaben für das Lasermessgerät exakt 27.367,67 Euro betragen.

Über den Sinn der Maßnahme wurde munter diskutiert. Dirk Wittkamp, Vorstandsmitglied der Fliegergemeinschaft Hangelar, sagte: "Wir haben etwas gemessen, was nicht messbar ist - und das hat 27.000 Euro gekostet. Das ist ein klassisches Beispiel, wie man Geld zum Fenster rauswirft." Zudem berichtete er, dass im Messzeitraum 20 Prozent weniger geflogen wurde, "weil die Piloten nicht wussten, wie es um die Rechtssicherheit des Flugkorridors steht". Der entstandene Schaden betrage also etwa knapp 100.000 Euro. Detmar Jobst von der Bundesvereinigung Fluglärm hielt dagegen: "Es war zwar ein untaugliches Mittel zur Messung, aber die gute Seite ist: Es wurde weniger geflogen."

Zentrale Anlaufstelle für Beschwerden

Der Beirat beschloss einstimmig, dass eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet werden soll. Sie soll der Stadt Sankt Augustin zugeordnet sein. Noch muss allerdings geklärt werden, ob die Stadt dazu bereit ist.

Internetauftritt

Es soll einen Internetauftritt des Lärmschutzbeirates geben. Bernd Heistermann von der Bundesvereinigung Fluglärm entwirft sie in Rücksprache mit den Mitgliedern, er will auch die Kosten dafür übernehmen. Die Seite soll bei den offiziellen Internetauftritten der Städte Bonn und Sankt Augustin verortet sein.