Nach der Renovierung

Neues Restaurant im Siegburger Nordbahnhof eröffnet

Siegburg. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten eröffnet Robert Rossa ein Restaurant. Der Nordbahnhof war einst Station an der Aggertal-Bahnstrecke und wurde auch Driescher Bahnhof genannt.

Robert Rossa, Veranstaltungskaufmann, ausgebildeter Barista und seit 2005 Espresso- und Bar-Caterer, ist die Erleichterung anzumerken. Denn seit Donnerstag hat der 34-Jährige die ersehnte Konzession, im ehemaligen Nordbahnhof, den er umgebaut hat, ein Restaurant unter gleichem Namen führen zu dürfen. „Fertig geworden sind wir eigentlich erst heute, einige Kleinigkeiten gibt es aber immer noch zu tun“, sagte Rossa. Eine Woche haben er und sein Team nun noch Zeit, dem Lokal den letzten Schliff zu geben. Am Wochenende 24./25. März ist Eröffnung. Es ist das Ende einer wechselvollen Suche nach einem neuen Nutzer für das viele Jahre leerstehende Gebäude, das unter Denkmalschutz steht.

Bereits 2013 schien Eigentümer Stefan Pick mit dem Siegburger Weinhändler Jörg Lehnen einen Pächter gefunden zu haben. Der entschied sich aber, die Alte Schmiede an der Zeithstraße zu erwerben, die noch heute unter dem Namen Weinschmiede firmiert. Einige Zeit später zeigte ein italienischer Gastronomiebetrieb aus Köln Interesse. Zu einem Vertrag kam es nicht, weil das Unternehmen Insolvenz anmelden musste.

Die Zukunft des Nordbahnhofs blieb ungewiss, das Gebäude döste im Dornröschenschlaf vor sich hin und schien immer mehr zu verfallen. Im Jahr 2016 gab es neue Hoffnung, als Robert Rossa Eigentümer Pick ansprach. Anfang 2017 war man sich einig, ein Vertrag wurde geschlossen. Zuvor musste Pick einen Antrag auf Genehmigung einer Nutzungsänderung vom ehemals angedachten Weinhandel in einen Restaurantbetrieb stellen.

2017 Beginn der aufwendigen Umbau- und Renovierungsarbeiten

Im Februar 2017 erteilte dann die Stadt Siegburg die Baugenehmigung. Man begann mit aufwendigen Umbau- und Renovierungsarbeiten innen wie außen. So wurde unter anderem eine komplette Küche eingebaut und neuer Boden verlegt. Außerdem mussten die Brandschutzauflagen erfüllt, Personalräume sowie Sanitäranlagen installiert und die Heizungsanlage komplett erneuert werden. „Nächsten Samstag, am 24. März, haben zunächst geladene Gäste die Möglichkeit, den Gastronomiebetrieb kennenzulernen. Am Sonntag, 25. März, stehen dann allen Gästen die Türen schon morgens zum Brunch offen“, so Rossa.

Erdige Farbtöne, ein massiver Holzfußboden und ebensolche Tische sorgen für eine warme Atmosphäre. An den Tischen finden rund 80 Gäste Platz, in einer kleinen Lounge etwa 20 Personen. Dieser Multifunktionsraum kann für Seminare und Tagungen oder eine private Feier gemietet werden. An der Bar laden weitere zehn Stühle zum Sitzen ein und auf den beiden Außenterrassen stehen während der Sommerzeit noch einmal 80 Plätze zur Verfügung.

Robert Rossa und sein Küchenchef sowie Schwager Alexander Rossa setzen auf „Cross-over-Küche“. Das bedeutet die Integration verschiedener regionaler, nationaler und internationaler Produkte. Das Restaurant will auf einer Monatskarte saisonale und regionale Speisen anbieten und die Rohprodukte möglichst bei hiesigen Erzeugern und Händlern einkaufen.

Der Nordbahnhof war einst Station an der Aggertalbahn und wurde auch Driescher Bahnhof genannt. Er wurde zwischen 1884 und 1906 mit klassizistischen Gestaltungselementen erbaut und ist eines der wenigen erhaltenen Bahnhofsgebäude an der stillgelegten Bahnstrecke. Der erhaltene Bahnsteig, der bis an die heute als Radweg genutzte Gleistrasse reicht, entspricht noch der ursprünglichen Anlage. Bis 1954 wurden Personenzüge abgefertigt.

Im Gebäude gab es zeitweise auch eine Bahnhofsgaststätte, die von Musikdirektor Josef Cleuver geführt wurde. Außerdem diente der Bahnhof als Lagerraum und wurde Anfang der 1980er Jahre zu einem Wohnhaus umgebaut, in dem auch Lesungen und Ausstellungen stattfanden.