Ludgera Decking übernimmt Amt

Neue Geschäftsführerin im Wahnbachtalsperrenverband

Ludgera Decking wird im Oktober die Nachfolge von WTV-Geschäftsführer Norbert Eckschlag übernehmen.

Ludgera Decking wird im Oktober die Nachfolge von WTV-Geschäftsführer Norbert Eckschlag übernehmen.

Rhein-Sieg-Kreis. Ludgera Decking übernimmt ab November zusätzlich zu ihren Aufgaben bei der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft den Posten der WTV-Geschäftsführerin. Der bisherige Chef Norbert Eckschlag geht dann in den Ruhestand.

Ludgera Decking übernimmt ab November die Geschäftsführung des Wahnbachtalsperrenverbands (WTV) in Siegburg. Wie der WTV am Dienstag mitteilte, habe die Verbandsversammlung die 56-Jährige am Montag als Nachfolgerin von Norbert Eckschlag bestellt. Eckschlag geht nach 29 Jahren beim Verband, davon 17 Jahre als Geschäftsführer, Ende Oktober in Ruhestand. Decking hat damit künftig zwei Chefämter im Kreis inne. Sie ist bereits seit 15 Jahren Geschäftsführerin der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG).

„Als ich gefragt worden bin, war ich sehr überrascht“, sagt Decking. Den WTV habe sie für sich nicht auf dem Schirm gehabt, aber Wasserversorgung und Abfallwirtschaft seien ja zwei Seiten einer Medaille. „Ich finde es eine sehr reizvolle Aufgabe, beide Seiten betrachten zu können.“ Sie wolle die regionale Marke weiterstärken und Eckschlags Arbeit weiterführen. Der bisherige Chef ist sich sicher, dass Decking gut in das Team hineinpasst.

Decking ist für fünf Jahre bestellt. Bei der RSAG läuft ihr Geschäftsführervertrag noch bis Ende 2019. Es sei aber nicht ihr Plan, sich langsam aus dem Entsorgungsunternehmen rauszuziehen. „Ich finde, es geht beides nebeneinander“, sagt die 56-Jährige. Die Ingenieurin der Fachrichtung Bauingenieurwesen und Diplomjuristin möchte sich mit etwa gleichen Arbeits- und Zeitanteilen für RSAG und WTV engagieren. Dabei wolle sie je nach Prioritäten in den Unternehmen vor Ort sein.

Auf öffentliche Ausschreibung wurde verzichtet

Grundsätzlich sieht Decking die Möglichkeit, sich von Teilen ihrer bisherigen Arbeiten für das Entsorgungsunternehmen zu trennen: So würde sie ihre Tätigkeit im Verband kommunaler Unternehmen herunterfahren und die Geschäftsführung der RSAG-Tochter ERS abgeben, die für Gewerbeabfälle zuständig ist. Das schaffe freie Kapazitäten, sagt Decking. Zudem gebe es bei der RSAG eine sehr gute zweite Führungsebene.

Auch beim WTV könnten die Geschäftsführungsaufgaben durch Einbeziehung des stellvertretenden Geschäftsführers und der Abteilungsleiter entsprechend umstrukturiert werden, so Verbandsvorsteher und Ex-Landrat Frithjof Kühn. „Ich glaube, es ist für den WTV eine sehr gute Lösung.“ Mit Decking habe der Verband eine „absolut erfahrene und bewährte Managerin“ gewinnen können. Sie habe die RSAG aus schwierigen Anfängen zu einem außergewöhnlichen Dienstleistungsbetrieb gemacht. Kühn sieht keinen Interessenkonflikt darin, dass sie Chefin beider Unternehmen ist: „Wasser- und Abfallwirtschaft waren immer eine Disziplin.“

Die Idee, Decking zur Nachfolgerin zu machen, sei von Bevollmächtigten der Verbandsversammlung an ihn herangetragen worden, so der Verbandsvorsitzende. „Wir haben uns darüber unterhalten und ich habe mich mit dem Gedanken sehr angefreundet“, sagt Kühn. Es sei einfach die Überlegung gewesen, ob man über eine Ausschreibung jemanden finde und ein gewisses Wagnis eingehe oder auf eine bewährte Kraft setze.

Auf eine öffentliche Ausschreibung konnte der Verband nach eigener Aussage verzichten, da Eckschlags Stelle nun nicht eins zu eins nachbesetzt werde. „Die Konstellation ist anders als vorher“, sagt Kühn. „Wir verbinden damit aber nicht irgendwelche Entwicklungen.“ Hinzu käme eine Kosteneinsparung aufgrund der Aufteilung der Vergütung für die Geschäftsführertätigkeit auf RSAG und WTV. Sie liege bei etwa 50.000 Euro im Jahr, so der Verbandsvorsteher. „Das ist aber keine entscheidende Größe.“