Innovatives Wohnprojekt

Neubau des Siegburger Kinderheims feiert Eröffnung

Freut sich über ein gelungenes Projekt: Sonja Boddenberg vor dem Neubau „Junges Wohnen in Wolsdorf“, der das Angebot des Kinderheimes Pauline von Mallinckrodt erweitert.

Freut sich über ein gelungenes Projekt: Sonja Boddenberg vor dem Neubau „Junges Wohnen in Wolsdorf“, der das Angebot des Kinderheimes Pauline von Mallinckrodt erweitert.

Siegburg. Das Kinderheim Pauline von Mallinckrodt in Siegburg-Wolsdorf feiert die Eröffnung seines Neubaus mit einem Fest für alle. In dem Haus werden junge, alte, behinderte und nicht-behinderte Menschen, Familien und Singles gemeinsam wohnen.

Letzte Arbeiten laufen: Der Bagger bewegt Erde, ein Elektriker erledigt letzte Handgriffe, Pflasterer klopfen Steine fest. „Bis zum Festakt soll alles fertig sein“, gibt sich Sonja Boddenberg zuversichtlich. Die Leiterin des Kinderheims Pauline von Mallinckrodt blickt auf den Neubau, der seit April 2017 auf dem Grundstück ihrer Einrichtung im Siegburger Stadtteil Wolsdorf gewachsen ist. Unter dem Namen „Junges Wohnen Wolsdorf“ hat die Gesellschaft Pauline von Mallinckrodt gemeinsam mit der Kölner Josefgesellschaft auf 2000 Quadratmetern Wohnraum für Junge und Alte, Behinderte und Nichtbehinderte, Familien und Singles geschaffen. Am heutigen Freitag feiern sie Eröffnung – mit einem Festakt und ab 16.30 Uhr mit einem Fest für alle.

Wo jetzt der dreigeschossige Neubau in die Höhe ragt, stand vorher ein in die Jahre gekommenes Gebäude. Im Erdgeschoss war der Festsaal des Heims untergebracht, in der oberen Etage lebte der Konvent der Schwestern der christlichen Liebe. „Das Haus war ein Sanierungsfall, es musste etwas geschehen“, sagt Sonja Boddenberg. Die Gesellschaft habe mit einem Neubau etwas Besonderes schaffen wollen und dafür einen Partner gesucht.

5,2 Millionen Euro Baukosten

In der Josefgesellschaft Köln hat sie ihn gefunden. Sie kaufte der Pauline von Mallinckrodt GmbH einen Teil des Grundstücks ab. Gemeinsam baute man das neue Gebäude, in dem beide Gesellschaften nun je 1000 Quadratmeter nutzen. Die Baukosten von 5,2 Millionen Euro teilten sie sich. „Wir decken von unserem Anteil rund eine Million Euro über Fördergelder ab“, sagt Boddenberg.

Die Bühnendekoration im neuen Festsaal steht. Eine „Pauline“ probiert gerade ihr Kostüm. Das blonde Mädchen verrät, dass sie beim Fest die Ordensgründerin und Namensgeberin des Kinderheims im Musical „Mamma Pauline“ spielt. Mehr noch nicht. „Unsere Kinder treten gerne auf“, berichtet Boddenberg. Deshalb war ihr ein neuer, größerer Festsaal wichtig. Die 141 Plätze für Kinder und Jugendliche in ihrer Einrichtung sind belegt. 200 Mitarbeiter sind im Heim beschäftigt. „Wir haben viele weitere Anfragen für Inobhutnahmen“, sagt die Heimleiterin. „Wir wollen den Kindern Halt und Sicherheit geben und arbeiten dabei eng mit ihren Eltern zusammen.“ Die Familienrückführung sei ihr Hauptauftrag.

Seit 2012 gibt es einen Mutter-Kind-Bereich in der Einrichtung. Den hat die Gesellschaft nun um drei Mutter-Kind-Appartements im ersten Obergeschoss des Neubaus erweitert. Dort leben seit Anfang August auch die vier Ordensschwestern. In der zweiten Etage richtet die Josefsgesellschaft Wohnungen für 19 junge Menschen mit Behinderung ein. Im Erdgeschoss flattern sechs bunte „Kolibris“ durch ihre Räume. Es sind vier- bis sechs Jahre alte Mädchen und Jungen, die in der im Neubau eingerichteten neuen Gruppe für jüngere Kinder leben. „Kolibris sind ganz kleine Vögel, die in alle Richtungen fliegen können“, erklärt Boddenberg den Gruppennamen. In einem anderen Trakt haben die acht Mitarbeiter des ambulanten Dienstes ihre Arbeit aufgenommen. Sie betreuen Familien zu Hause und haben nun im Heim mehr Raum für Treffen. Neu ist das Bistro im Foyer. Boddenberg nennt es das Herzstück des Neubaus: „Es steht allen Siegburgern offen und soll unsere Einrichtung in das Quartier öffnen.“ An der Wand erinnert gut sichtbar der Grundstein an die Zeit der Baustelle. Pünktlich zu deren Ende erscheint das Kinderbuch „Lina und Jakob“, in dem Heimkinder zusammen mit Künstlerinnen die Bauphase künstlerisch dokumentiert haben: Von den ersten Plänen bis hin zum großen Fest.